"profil": Abramovic: "Wer feministisch denkt, sitzt schon im Ghetto fest"

Die serbische Performance-Künstlerin Marina Abramovic plant, sich ihr Begräbnis von Regisseur Robert Wilson gestalten zu lassen -hält Feminismus in der Kunst für ein Stigma

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" denkt die serbische Künstlerin Marina Abramovic, die demnächst zu den Stargästen der Viennale gehören wird und eine neue Ausstellung mit neuen Fotoarbeiten und Objekten in der Wiener Galerie Krinzinger eröffnen wird, über den eigenen Tod nach. Abramovic will sich ihr Begräbnis von dem Regisseur Robert Wilson gestalten lassen - als Trauerfeier in drei Städten (in New York, Belgrad und Amsterdam), mit drei Särgen, wobei es ein Geheimnis bleiben soll, in welchem ihr Körper liegen wird.

Obwohl ihre Arbeit als radikalfeministische Kunst gilt, hegt Abramovic Misstrauen gegen den Feminismus: "Kunst hat kein Geschlecht. Kunst ist nicht demokratisch. Es gibt gute und schlechte Kunst. Die Frage, wer sie macht, ist unwichtig. Wer feministisch denkt, sitzt schon im Ghetto fest. Ich kämpfe seit Jahrzehnten dagegen an, als Frauenkünstlerin gesehen zu werden. Feminismus in der Kunst ist ein Stigma. Und ich habe nie in meinem Leben eine gute feministische Ausstellung gesehen. Das ist das Problem. Die glühendsten Feministinnen sind oft leider Sonntagskünstlerinnen."

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