Zwischenstand: Aufarbeitung von Missbrauch und Gewalt in ehemaligen Wiener Heimen

Beinahe 1000 Fälle im Opferschutzgremium Weisser Ring behandelt

Wien (OTS) - Seit Bekanntwerden der ersten Gewalt- und Missbrauchsvorwürfe in ehemaligen Heimen der Stadt Wien im Frühjahr 2010 haben sich insgesamt 1.340 Personen bei der Opferschutzeinrichtung Weisser Ring, die von der Stadt Wien mit der Abwicklung der Opferentschädigung beauftragt wurde, gemeldet. Insgesamt 990 Fälle wurden bisher in 22 Sitzungen des Opferschutzgremiums behandelt und abgeschlossen. Demnächst findet eine weitere Gremiumssitzung statt und es kann davon ausgegangen werden, dass mit Ende Oktober der Bearbeitungsstand bei 1.050 aufgearbeiteten Fällen liegt. Für 733 Personen wurden Anerkennungsleistungen beschlossen, davon sind 59 Prozent Männer und 41 Prozent Frauen. Für 493 Betroffene wurde Psychotherapie im Gesamtausmaß von rund 31.000 Einheiten bewilligt. Bei allen Fällen war Gewalt im Spiel, bei 45 Prozent auch sexualisierte Gewalt.

Primär betroffen sind die ehemaligen Heime Wilhelminenberg mit 259 Meldungen (Mehrfachnennungen möglich), Eggenburg mit 128, die Hohe Warte mit 115, die Kinderübernahmsstelle (KÜST) mit 91, Biedermannsdorf mit 83, Hütteldorf mit 55, Retz mit 48, das Julius Tandler Heim mit 46, Altenberg mit 43, Wimmersdorf mit 41 und Klosterneuburg mit 39.

HistorikerInnenbericht online abrufbar

Der Bericht der HistorikerInnenkommission unter der Leitung von Univ. Prof. Dr. Reinhard Sieder ist nach wie vor online unter
https://www.wien.gv.at/menschen-gesellschaft/pdf/endbericht.pdf
abrufbar. Der über 500 Seiten umfassende Bericht wurde aufgrund des ausdrücklichen Wunsches vieler Opfer, dass man ihnen Gehör verschafft und ihren Geschichten Glauben schenkt als seriöse wissenschaftliche Aufarbeitung in Auftrag gegeben.

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