Tag der Katastrophenvorsorge: Weibliches Wissen nutzen!

Österreich sollte Mittel für Katastrophenhilfe und -vorsorge massiv aufstocken

Wien (OTS) - Aus Anlass des "Internationalen Tags der Katastrophenvorsorge" am 13. Oktober weist die Hilfsorganisation CARE, die in zahlreichen Ländern Nothilfe leistet, auf die wichtige Rolle von Frauen und Mädchen vor und während eines Katastrophenfalls hin. Zudem fordert sie Österreich auf, die Mittel für Katastrophenhilfe und -vorsorge massiv aufzustocken und eine zentrale Stelle für die Koordination der humanitären Hilfe einzurichten.

Geschätzte 70 Prozent der ärmsten Menschen der Welt sind Frauen. Sie sind von Naturkatastrophen, Hunger und Krankheit überproportional betroffen. Oft fehlt ihnen die Kraft, im Falle einer Katastrophe weite Strecken zu schwimmen oder zu laufen bzw. sie werden durch das Tragen kleiner Kinder behindert. Zudem haben Frauen selten die finanzielle und soziale Absicherung, um ihr Leben und das ihrer Familien ausreichend zu schützen. Andererseits zeigen die Erfahrungen von CARE deutlich, dass Frauen nicht nur Opfer von Katastrophen sind, sondern auch wichtige Helferinnen im Krisenfall. Katastrophenvorsorge ist um vieles erfolgreicher, wenn die Bedürfnisse und das Wissen von Frauen systematisch berücksichtigt werden.

So hat sich ein Katastrophenvorsorge-Projekt in Vietnam, das besonders auf Frauen setzt, als höchst effizient erwiesen: Frauen, die meistens die größte Verantwortung für Heim und Kinder tragen, wurden von CARE gezielt darin geschult, wie man sich im Falle eines Wirbelsturmes schützt, wie Häuser mit einfachen Mitteln sturmresistenter gemacht werden können und welche Notreserven in keinem Haushalt fehlen dürfen. CARE-Geschäftsführerin Andrea Wagner-Hager: "Katastrophenvorsorge ist viel kostengünstiger und viel menschlicher als Katastrophenhilfe - und jeder Euro, der in das Wissen von Frauen investiert wird, rettet im Katastrophenfall Leben."

CARE macht in diesem Zusammenhang auf die geringe Mittelausstattung der österreichischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe aufmerksam. So stellte Österreich 2010 pro EinwohnerIn nur 2,15 Euro für Auslandskatastrophenhilfe zur Verfügung - die in punkto Lebensstandard vergleichbare Schweiz 17,71 Euro, also etwa 8 mal so viel. Problematisch ist weiters, dass in Österreich mehrere Behörden und Ministerien für Katastrophenhilfe zuständig sind, was im Akutfall wertvolle Zeit und dadurch Menschenleben kostet. CARE fordert daher im Rahmen der vor Kurzem von österreichischen Hilfsorganisationen gestarteten "Mirwurscht-Kampagne" eine bessere Dotierung bzw. Umstrukturierung der Humanitären Hilfe, die von einer einzigen, politisch unabhängigen Stelle koordiniert werden sollte.

CARE-Spendenkonto PSK 1.236.000, BLZ 60.000, www.care.at

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