Das Leben in den Regionen stärken

Bundesratsenquete zur Zukunft des ländlichen Raums

Wien (OTS/VLK) - Unter dem Titel "Zukunft Land: Trends, Herausforderungen und Lösungen" stand eine hochrangig besetzte Enquete des Bundesrats am Mittwoch, 10. Oktober 2012 im Parlament in Wien. Vorarlbergs Landtagspräsidentin Bernadette Mennel, derzeit Vorsitzende der Landtagspräsidentenkonferenz, hob dabei hervor, dass sich ländliche Regionen ihre Vitalität nur dann erhalten können, wenn es gelingt, junge Frauen zum Verbleib oder Zuzug zu motivieren.

"Jene Gemeinden, die es schaffen, den Bedürfnissen der jungen Frauen hinsichtlich Kinderbetreuung, Schulangebot, Erwerbschancen sowie Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu entsprechen, werden ihre demographischen Probleme am besten lösen", sagte Mennel. Sie sprach sich aber auch dagegen aus, ländliche und urbane Regionen gegeneinander auszuspielen. Stattdessen appellierte Mennel an die wechselseitige Solidarität und trat für ausgewogenen Lebensbedingungen in Stadt und Land ein.

Dies forderte auch Bundesratspräsident Georg Keuschnigg. Die Verstädterung sei ein globales Phänomen, das auch in Österreich "an harten Zahlen ablesbar" sei, sagte er: In den nächsten 25 Jahren wird in ca. einem Drittel der 107 politischen Bezirke die Bevölkerungszahl im erwerbsfähigen Alter um zehn Prozent und mehr zurückgehen, während die großen Ballungsräume Wien, Linz und Graz entsprechend wachsen. Da sich der österreichische Bundesrat als die starke Stimme der Regionen verstehe, sei es ihm die Enquete ein großes Anliegen, so Keuschnigg. Es müsse eine Antwort darauf gefunden werden, wie ausreichend qualifizierte Arbeitsplätze in den Regionen geschaffen und gesichert werden können. Weiters gehe es um die Schaffung von Angeboten der Daseinsvorsorge, und zwar von der Kinderbetreuung bis hin zur Pflege älterer Menschen. Schließlich müsse auch noch gewährleistet werden, dass der öffentliche Nahverkehr in den peripheren Regionen aufrechterhalten wird.

Auf Expertenseite befasste sich Peter Biwald (KDZ-Zentrum für Verwaltungsforschung) mit der demografischen Entwicklung bis 2030, den Auswirkungen auf die kommunalen Finanzen sowie die kommunale Infrastruktur und schließlich mit den damit verbundenen Herausforderungen und Strategien. Was die Bevölkerungsentwicklung angeht, so werden laut Biwald bis 2030 ein Drittel der Regionen schrumpfen.

Der Leiter des Market-Instituts, Werner Beutelmeyer, warnte davor, den ländlichen Raum weiterhin als "heile Welt" zu sehen. Beutelmeyer appellierte an die Politik, die Gemeinden nicht auszuhungern, weil die Politik gerade auf lokaler Ebene nachweisen könnte, in welcher Form sie sich für die Menschen einsetzt und wie sie die Anliegen der Bürger ernst nimmt. Gleichzeitig seien aber auch die Konsumenten durch ihr Verhalten und ihre Kaufentscheidungen dafür mitverantwortlich, wie es mit dem ländlichen Raum weitergehe.

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