Kadenbach/Leichtfried: "Lassen beim Tierschutz nicht locker"

SPÖ-Europaabgeordnete kritisieren "Lobbyisten der Agrarindustrie, die einmal mehr ihre wirtschaftlichen Interessen schamlos durchsetzen"

Wien (OTS/SK) - In der heutigen Annahme des Berichts über den Schutz von Tieren beim Transport im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments wird die unterschiedliche Interpretation der aktuellen Gesetzgebung in den verschiedenen Mitgliedstaaten zu Lasten der Tiere kritisiert, so die beiden SPÖ-Europaabgeordneten Jörg Leichtfried und Karin Kadenbach:
"Leider haben sich aber die Lobbyisten der Agrarindustrie durchgesetzt und sich nicht einmal für einen ohnehin schon stark verwässerten Kompromiss ausgesprochen, der acht Stunden Maximaltransport für Schlachttiere fordert." Im Kompromiss waren Einschränkungen vorgesehen, falls beispielsweise der Mitgliedstaat sich in starker Randlage der Europäischen Union befindet. ****

Kadenbach, Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, sagt: "Einen kleinen Erfolg gibt es aber bei Schlachtpferdetransporten, hier hat sich eine Mehrheit der Abgeordneten für eine Verkürzung der Transportdauer ausgesprochen. Insgesamt stellen wir mit diesem Bericht klar, dass jede Aktivität zum Schutz und zum Wohlergehen von Tieren von dem Grundsatz ausgehen muss, dass Tierschutz im 21. Jahrhundert ein Ausdruck von Menschlichkeit und eine Herausforderung für die europäische Zivilisation und Kultur ist. Gerade aber auch hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit ist es entscheidend, eine möglichst kurze Transportdauer zu erzielen, da sich das Risiko der Übertragung von Krankheiten sonst erhöht. Außerdem wünsche ich mir mehr lokale Schlachthöfe, die eine lange Transportdauer überflüssig machen würden. Es ist nicht hinnehmbar, dass besonders kleine lokale Schlachthöfe in der Vergangenheit schließen mussten, da die EU-Hygienevorschriften zu anspruchsvoll wurden, hier haben wir uns für ein Umdenken ausgesprochen."

Für Jörg Leichtfried, Vizepräsident der Animal Welfare Intergroup, ist es nicht länger hinnehmbar, dass "Lobbyisten der Agrarindustrie weiter Tierleid in Kauf nehmen, nur um noch mehr Gewinne einzufahren". Gerade im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung gibt es leider besonders viele "Agrar-Hardliner, die auf Tiere keine Rücksicht nehmen". "Die Einschränkung der Tiertransportzeiten ist sehr vielen Europäerinnen und Europäern ein Anliegen. Nicht umsonst ist es mittels der Kampagne 8hours gelungen, über eine Million Unterschriften zu sammeln, die mittlerweile auch an die Kommission übergeben wurden", so Leichtfried. Ich hoffe, dass wir bei der Plenarabstimmung im November noch einen klaren Ruf des Europäischen Parlaments nach 8 Stunden Transportmaximaldauer für Schlachttiere hinbekommen. "Ich freue mich aber, dass sich der Agrarausschuss für mehr unangekündigte Kontrollen bei Transporten eingesetzt hat und Sanktionen für Verstöße verschärft werden sollen. Es kann nicht sein, dass die Strafen von nur 60 Euro in einem Mitgliedstaat bis zu mehr als 5.000 Euro in anderen Mitgliedstaaten reichen." (Schluss) bj/mp

Rückfragehinweis: Mag. Markus Wolschlager, SPÖ-Delegation im Europäischen Parlament, Tel.: +32 (484) 127 331, E-Mail:
markus.wolschlager@europarl.europa.eu

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0006