Industrie: Vermögenssteuern kosten Arbeitsplätze

IV-GS Neumayer: Aufruf zur Sachlichkeit - Österreich bereits massiv umverteilendes Höchststeuerland - Keine neuen Steuern, sondern Strukturreformen erhalten Wohlstand

Wien (OTS/PdI) - "Vermögenssteuern kosten Arbeitsplätze, entziehen Kapital aus Unternehmen sowie Familien und schwächen die Eigenkapitalstruktur. Durch die Besteuerung von bestehender Substanz wird die Investitionsfreude gehemmt und dadurch Wachstum unterbunden", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer heute, Donnerstag, anlässlich der aktuellen Debatte zu neuen Steuern. "Aufrufe zur Steuererhöhungen sind ebenso entbehrlich wie gefährlich - Österreich ist bereits ein massiv umverteilendes Höchststeuerland. Es gibt keinen Spielraum nach oben", betonte der IV-Generalsekretär. Seit 2010 seien in Österreich im Rahmen der Budgetkonsolidierung bereits zwei umfassende Steuerpakete geschnürt worden. "Es ist den Menschen und den Betrieben nicht weiter zumutbar, durch ständige Steuerdebatten verunsichert zu werden. Dies gilt insbesondere für den Industrie- und Arbeitsstandort Österreich. Daher müssen alle Verantwortlichen zu mehr Sachlichkeit zurückkehren", erklärte Neumayer.

Durch die Einführung einer Vermögenssteuer wird Einkommen und Besitz doppelt besteuert, sagte der IV-Generalsekretär: "Vermögen ist nichts anderes als erarbeitetes und erspartes Einkommen, das bereits einmal einkommenssteuermäßig erfasst wurde. Eine Vermögenssteuer auf bestehende Substanz würde demnach bereits Besteuertes nochmals besteuern. Worin besteht hier die Gerechtigkeit?" Zudem zeige ein Ländervergleich, dass die Höhe der Vermögenssteuern mit einer ausgeglichenen Einkommensverteilung nichts zu tun habe. "Das Gegenteil ist der Fall. In Ländern mit niedrigen Vermögenssteuern ist der Wohlstand gleichmäßiger verteilt, als in Staaten wie Großbritannien, USA und Kanada, die relativ hohe Vermögenssteuern haben. Diese Länder weisen viel größere Einkommensungleichheiten auf", so Neumayer.

"Wenn Österreich nicht weiter an Wettbewerbsfähigkeit verlieren und den Wohlstand innerhalb des Landes erhalten will, braucht es keine neuen Steuern, sondern Strukturreformen. Ziel muss es sein, die Abgabenquote insgesamt zu senken, statt neue Steuern einzuführen", so Neumayer. Die österreichische Abgabenquote liege derzeit bei 42% und damit 3,1 Prozent-Punkte über dem Schnitt der EU-17, sowie 3,6 Prozent über dem Schnitt der EU-27. "Österreich gehört zu den am meisten umverteilten Ländern der Welt - in kaum einem Land der Welt ist die Schere zwischen Arm und Reich so niedrig wie in Österreich", betonte der IV-Generalsekretär.

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