Karlheinz Töchterle: Österreichs ESO-Mitgliedschaft ermöglicht Wissenschaftlern wertvollen "Blick ins All"

Wissenschafts- und Forschungsminister bei Feierlichkeiten anlässlich "50 Jahre Europäische Südsternwarte" in München - Österreich beteiligt sich an neuem Spitzenteleskop E-ELT

Wien (OTS) - "Die Mitgliedschaft Österreichs ermöglicht Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an zahlreichen heimischen Universitäten und Forschungseinrichtungen einen wertvollen Blick ins All. Der Zugang zum größten Observatorium der Welt in Chile und zur gesamten ESO-Infrastruktur ist für die Arbeit der einzelnen Forscherinnen und Forscher unverzichtbar, erhöht aber ebenso die Attraktivität des Forschungsstandortes Österreich", so Wissenschafts-und Forschungsminister Dr. Karlheinz Töchterle. Er nimmt heute Abend u.a. mit seiner deutschen Amtskollegin Annette Schavan und seinem italienischen Amtskollegen Francesco Profumo an den Feierlichkeiten anlässlich 50 Jahre ESO (European Organisation for Astronomical Research in the Southern Hemisphere; Europäische Südsternwarte) teil, zu der ESO-Generaldirektor Tim de Zeeuw nach München lädt. Österreich ist seit 2008 Mitglied und gab kürzlich bekannt, sich am neuen Spitzenteleskop E-ELT (European Extremely Large Telescope) zu beteiligen.

"Die ESO-Mitgliedschaft trägt wesentlich dazu bei, den heimischen Wissenschafts- und Forschungsstandort zu stärken", weiß Töchterle auch aus seiner Zeit als Rektor an der Universität Innsbruck, entwickelte diese doch gerade auch mit entsprechenden Berufungen wie etwa dem anerkannten Astroteilchenphysiker Olaf Reimer aus Stanford einen Profilschwerpunkt.

So sieht das auch die Astrophysikerin und Forschungsvizerektorin der Universität Innsbruck, Dr. Sabine Schindler: "Die Mitgliedschaft Österreichs in dieser europäischen Forschungseinrichtung bedeutet nicht nur Zugang zu fortschrittlichsten Technologien und hochentwickelten Techniken, sondern auch eine verstärkte Einbindung Österreichs in den europäischen Forschungsraum".

Österreich beteiligt sich am neuen Spitzenteleskop E-ELT (European Extremely Large Telescope), das - die endgültige Zustimmung einiger ESO-Mitgliedsländer vorausgesetzt - in den kommenden Jahren in der Atacama-Wüste (Chile) errichtet werden soll. Das E-ELT ist eines von 48 Infrastrukturprojekten der Europäischen Roadmap für Forschungsinfrastrukturen. Es soll aus mehr als 900 Spiegelsegmenten bestehen und 15 Mal mehr Licht sammeln als die gegenwärtig größte Anlage. Mit einer Inbetriebnahme ist frühestens 2021 zu rechnen. Finanziert wird das mit rund 1,1 Milliarden Euro veranschlagte Projekt durch Mitgliedsbeiträge und Extrazahlungen. Österreich trägt in den kommenden zehn Jahren (2012-2021) zusätzlich zum Mitgliedsbeitrag rund 6,2 Millionen Euro bei.

Zahlreiche Wissenschaftler/innen aus verschiedenen Disziplinen (Astronomie, Astrophysik, Astroteilchenphysik, Theoretische Physik, Mathematik und Informatik) profitieren von der österreichischen ESO-Mitgliedschaft. Wissenschaftler/innen folgender Universitäten und Forschungseinrichtungen haben dabei Zugang zur ESO-Infrastruktur und zum größten Observatorium der Welt in Chile: Universität Wien, Technische Universität Wien, Universität Innsbruck und Universität Graz sowie das RICAM (Johann Radon Institute for Computational and Applied Mathematics) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Standort: Universität Linz).

Die ESO wurde 1962 in Paris gegründet und hat ihre Sitze in München-Garching (Deutschland) und Santiago (Chile). Mitgliedsstaaten sind Belgien, Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Schweden, Dänemark, Italien, Schweiz, Portugal, das Vereinigte Königreich, Finnland, Spanien, Tschechien, Österreich (seit 1. Juli 2008) und Brasilien (seit 1. Jänner 2011). Chile (kein Mitgliedsland) ist Gastnation der Observatorien. Seit September 2007 hat der Niederländer Tim de Zeeuw (Universität Leiden) die Funktion des Generaldirektors inne.

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