KPMG-Studie: Spitzensteuersätze auf Einkommen steigen 2012

Im internationalen Durchschnitt steigen 2012 die Spitzensteuersätze auf Einkommen um 0,3 Prozent.

Linz/Wien (OTS) - Der 2011 gleich gebliebene Spitzensteuersatz kehrt mit dieser leichten Steigung zum Trend 2010 zurück. Die jährlich erscheinende KPMG-Studie "Individual Income Tax and Social Security Rate Survey" hat in den vergangenen zehn Jahren erst zum dritten Mal eine Steigerung des Spitzensteuersatzes auf Einkommen beobachtet.

"Der Aufwärtstrend ist das Ergebnis einer mangelnden wirtschaftlichen Erholung und steigender Schulden", sagt KPMG-Partnerin Verena Trenkwalder. "Viele Länder hoben die Spitzensteuersätze an: Entweder wurden neue Steuersätze für Spitzenverdiener festgelegt, oder temporäre Steuern, um Budgetlöcher zu stopfen."

Die prominentesten Beispiele in der Studie sind die Reformen in Frankreich und Spanien. Frankreich hob den Steuersatz für Besserverdienende von 41 auf 45 Prozent an. Dieser "außerordentliche Beitrag" betrifft Personen mit einem Einkommen über 250.000 Euro jährlich. Auch in Spanien wurde per Jänner 2012 als Beitrag zur Bewältigung des Staatsdefizites eine zusätzliche Besteuerung aller Einkommen eingeführt. Für Einkommen über 300.000 Euro ergibt sich effektiv eine Steuererhöhung von 45 auf 52 Prozent.

"Die Studie reflektiert den internationalen Trend, einen Beitrag von Besserverdienenden zur Budgetsanierung zu fordern", ergänzt KPMG-Partnerin Barbara Polster. "Es gibt jedoch auch andere Pläne:
England etwa spricht bereits davon, den durchschnittlichen Spitzensatz per April 2013 von 50 auf 45 Prozent zu senken".

Österreich: Effektive Steuerbelastung gestiegen

Österreich liegt mit einem Spitzensteuersatz von 50 Prozent nach wie vor im europäischen Spitzenfeld.
Den höchsten Einkommensteuersatz weltweit hat Aruba mit 58,95 %, gefolgt von Schweden mit 56,6 %, Dänemark mit 55,4 % und Niederlande mit 55 %. Gleich danach folgen mit einem Spitzensteuersatz von 50 % Österreich, Belgien, UK, Japan und Senegal. Allerdings greift in Österreich der Höchststeuersatz im internationalen Vergleich schon bei einem relativ niedrigen Einkommen von rund 80.000 USD bzw. 60.000 EUR.

Durch die begünstigte Besteuerung des 13. und 14. Gehaltes mit 6 % und den Gewinnfreibetrag beträgt 2012 die höchste effektive Steuerbelastung allerdings nur knapp unter 44 %. Diese begünstigte Besteuerung auf die Sonderzahlungen und der Gewinnfreibetrag wird allerdings zumindest für die Jahre 2013 bis 2016 für höhere Einkommen schrittweise eingeschliffen, was zu einer noch höheren Einkommensteuerbelastung führt.

Noch aussagekräftiger ist die effektive Steuerbelastung einschließlich Dienstnehmeranteilen zur Sozialversicherung. Bei einem Einkommen von 100.000 USD liegt Österreich mit der effektiven Belastung von knapp 43 % an 6. Stelle hinter Belgien, Griechenland, Kroatien, Italien und Deutschland. Bei einem Einkommen von 300.000 USD belegt Österreich den Spitzenplatz mit einer Belastung von 55,3 %.

"Zu hohe Belastungen auf Arbeitseinkommen schaden Wirtschaftsstandorten auf lange Sicht. Dies sollte man bei der aktuellen Steuerdiskussion im Auge behalten, um qualifizierte Arbeitskräfte im Land zu halten", rät Verena Trenkwalder.

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Iris Zeppezauer, Unternehmenskommunikation, KPMG Austria AG, +43 732 6938-2157; izeppezauer@kpmg.at

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