Transporteure fordern Aufhebung des "Nacht-60ers" für Lkw

WKÖ-Herzer: Durchgängiges Tempolimit von 80 km/h würde Gefahrenquellen und Schilderwald beseitigen und Schadstoffausstoß reduzieren

Wien (OTS/PWK705) - Eine Vielzahl von Regelungen erschwert den heimischen Transportunternehmen ihre Arbeit. Das trifft auch für Geschwindigkeitsbeschränkungen zu. Um den Transport auf Österreichs Straßen sicherer und effizienter zu machen, fordert die Wirtschaft eine Durchforstung und Vereinheitlichung der bestehenden Vorschriften.

"Lkw dürfen in der Zeit von 22 bis 5 Uhr nur mit einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h auf Österreichs Straßen fahren. Diese Regelung ist nicht nur antiquiert, sondern gefährdet auch die Verkehrssicherheit", betont Wolfgang Herzer, Obmann des Fachverbandes Güterbeförderung in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Hintergrund: Alle neu zugelassenen Lkw sind mittlerweile mit entsprechenden Konturmarkierungen und Rückblenden ausgestattet, um die Fahrzeuge bei Dunkelheit besser sichtbar zu machen. Diese Markierungen helfen jedoch aufgrund des hohen Geschwindigkeitsunterschiedes zwischen Pkw und Lkw nur sehr bedingt.

"Zudem besteht durch die derzeitige Regelung für unsere Fahrer ein undurchsichtiger Schilderwald. Denn unabhängig vom generellen 60 km/h-Limit wird die Höchstgeschwindigkeit auf einzelnen Strecken mittels Tafeln punktuell auf 80 km/h hinauf revidiert. Im Interesse der Sicherheit unserer Fahrer und aller Verkehrsteilnehmer fordern wir vom Gesetzgeber eine generelle zeitunabhängige Höchstgeschwindigkeit für Lkw von 80 km/h. Nur dort, wo es aus Anrainerschutzgründen notwendig ist, soll es Ausnahme-Reduzierungen auf 60 km/h geben können", so Herzer.

Ein durchgängiges Tempolimit von 80 km/h würde auch den Schadstoffausstoß reduzieren, da Emissionen bei modernen Lkw in genau diesem Geschwindigkeitsbereich am geringsten sind.

Das immer wieder ins Treffen geführte Argument, wonach es dadurch zu erhöhter Lärmbelästigung kommen könnte, kann Herzer nicht gelten lassen: "Es wird permanent in den Lärmschutz auf Österreichs Straßen investiert. In den Jahren 2000 bis 2010 wurde von der ASFINAG laut Umweltbundesamt die stattliche Summe von 460,9 Millionen Euro für diverse Lärmschutzmaßnahmen an Autobahnen und Schnellstraßen ausgegeben. Außerdem betreiben unsere Unternehmer einen nahezu ausschließlich lärmarmen Fuhrpark", stellt der Fachverbandsobmann klar. (PM)

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