Frauenministerin Heinisch-Hosek: "Preisträgerinnen gehen feministischen Weg von Käthe Leichter weiter"

Verleihung des Frauen-Lebenswerk-Preises und der Käthe Leichter-Preise 2012

Wien (OTS) - "Käthe Leichter war eine der interessantesten und bedeutendsten Frauen und Pionierinnen im politischen Leben der 1. Republik. Pionierinnen wie sie erinnern uns damals wie heute daran, wie wichtig feministisches Arbeiten ist. Es gibt immer wieder Anzeichen, dass diese Arbeit zurückgedrängt werden soll. Doch wir müssen dafür sorgen, dass wir wie die heutigen Preisträgerinnen auf diesem Weg unbeirrt voranschreiten", sagte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek gestern, Mittwochabend, im Rahmen der festlichen Preisverleihung im Parlament. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer und Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek luden gemeinsam zur Verleihung des Frauen-Lebenswerk-Preises und der Käthe Leichter-Preise 2012.

"Käthe Leichter war nicht nur an den Lebenssituationen der Frauen interessiert, sondern hat es auch verstanden, durch sehr moderne Methoden darauf aufmerksam zu machen. Sie hat sich die Medien, unter anderem das Radio, zunutze gemacht, um ihre sozialpolitischen Analysen an die Betroffenen, an die 'einfachen' Frauen zu bringen", so die Ministerin. Die Preise sollen an das Lebenswerk der 1942 von den Nationalsozialisten ermordeten Nationalökonomin erinnern. Leichter war unter anderem am Aufbau des Frauenreferats der Wiener Arbeiterkammer und sowohl wissenschaftlich als auch politisch im Interesse der Frauen tätig. Ihre sozialpolitischen Erhebungen gehören zu den wichtigsten frauenrelevanten Publikationen der Zwischenkriegszeit.

Die Frauenministerin überreichte den von ihr gestifteten Käthe-Leichter Staatspreis für Frauenforschung, Geschlechterforschung und Gleichstellung in der Arbeitswelt an Juristin Anna Sporrer, stellvertretende Bereichsleiterin im Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes. Der Lebenslauf von Anna Sporrer mache deutlich, dass es mehr als einen Grund für die Auszeichnung mit dem Käthe Leichter-Preis gebe. "Anna Sporrer hat sich im Rahmen ihres Studiums sowie in ihrer juristischen Tätigkeit und Laufbahn auf vielfältige Weise mit der Gleichstellung von Frauen und Männern befasst und sich sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene kontinuierlich für die Rechte der Frauen eingesetzt", so Heinisch-Hosek in ihrer Laudatio. Die Preisträgerin wirkte aktiv bei Reformen des Haushalts- und Familienrechts mit und habe es unter anderem mit der Gründung des Vereins Frauen-Rechtsschutz geschafft, Defizite, die Frauen beim Zugang zum Rechtssystem begegnen, abzubauen.

Weitere Preise, gestiftet vom Sozialministerium, vom Wissenschaftsministerium, vom Unterrichtsministerium, von der Arbeiterkammer Wien und von der Oesterreichischen Nationalbank, gingen an die Soziologin und Armutsforscherin Ursula Till-Tenschert, die stellvertretende Leiterin des Instituts für Römisches Recht, Antike Rechtsgeschichte und Neuere Privatrechtsgeschichte an der Karl-Franzens-Universität Graz Evelyn Höbenreich, die Juristin und Politikwissenschaftlerin Birgitt Haller, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Konfliktforschung Wien, Erziehungswissenschaftlerin und Bildungsforscherin Susanne Dermutz sowie an die Historikerin und Soziologin Lisa Fischer.

Mit dem diesjährigen Frauen-Lebenswerk-Preis wurde Gerda Lerner, US-amerikanische Historikerin mit österreichischen Wurzeln, ausgezeichnet. Laudatorin Barbara Prammer bezeichnete Lerner als bedeutende feministische Wissenschaftlerin, die mit ihrem Werk ganz wesentliche Grundlagenarbeit für die Frauenbewegung und für die Gleichstellung der Geschlechter geleistet habe. Der 2010 vom Frauenministerium ins Leben gerufene Frauen-Lebenswerk-Preis soll herausragende Frauen würdigen, die in ihrem Wirkungsbereich Bedeutendes geleistet und sich für die Gleichstellung von Frauen und Männern eingesetzt haben.

Fotos zu dieser Veranstaltung sind über das Fotoservice des Bundespressedienstes, http://fotoservice.bundeskanzleramt.at, kostenfrei abrufbar.

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