Papst proklamiert neue Kirchenlehrer und ruft zu Demut auf

Mehr als 50 Kardinäle, unter ihnen Christoph Schönborn, und mehr als 200 Bischöfe konzelebrierten bei Messe auf dem Petersplatz - Benedikt XVI. erläutert Ziele der Bischofssynode

Vatikanstadt, 07.10.12 (KAP) Bei einer Messe mit mehreren Tausend Gläubigen am Sonntag auf dem Petersplatz hat Papst Benedikt XVI. die Äbtissin, Dichterin, Naturwissenschaftlerin und Historikerin Hildegard von Bingen (1098-1179) sowie den spanischen Theologen und Universitätsgründer Juan de Avila (1500-1569), der sein berühmtestes Werk in einem Inquisitionsgefängnis verfasst hat, zu Kirchenlehrern erhoben. Die Messe bildete den Auftakt zur 13. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode, die drei Wochen tagen wird.

Mehr als 50 Kardinäle, unter ihnen Christoph Schönborn, und mehr als 200 Bischöfe konzelebrierten bei der Messe, die mit einer ausführlichen Verlesung der Biographien der neuen Kirchenlehrer begann. Die Äbtissin der Benediktinerinnenabtei St. Hildegard in Eibingen, Clementia Killewald, trug dabei den Lebensweg der heiligen Hildegard vor.

Aus dem Rheinland und aus Andalusien, den Heimatregionen der neuen Kirchenlehrer, kamen große Delegationen mit Vertretern der Regierungen und des Klerus. Kardinäle Karl Lehmann, Joachim Meisner und Friedrich Wetter sowie der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch und weitere deutsche Bischöfe nahmen teil.

Benedikt XVI. würdigte in seiner Ansprache Juan de Avila als Mann Gottes, der "das ununterbrochene Gebet mit einem weiten apostolischen Wirken verbunden" habe. Weiter sagte der Papst, Hildegard von Bingen sei eine Frau mit einem "prophetischen Geist" und einer "ausgeprägten Liebe zur Schöpfung" gewesen. Sie habe zudem eine "leidenschaftliche Fähigkeit" besessen, die "Zeichen der Zeit zu unterscheiden".

Die heilige Hildegard habe einen "wertvollen Beitrag zur Entwicklung der Kirche ihrer Zeit geleistet", betonte der Papst. Sie sei eine Frau von "lebhafter Intelligenz, tiefer Sensibilität" und "anerkannter geistlicher Autorität" gewesen, die immer eine "große und treue Liebe" zu Christus und seiner Kirche bewahrt habe.

"Kirche muss demütig auftreten"

Im Blick auf die Weltbischofssynode äußerte der Papst Besorgnis über einen Rückgang christlicher Praxis und rief zu einer Neubelebung des Glaubens auf. Die Kirche müsse sich mit einer "neuen Evangelisierung" vor allem an Menschen richten, "die zwar getauft sind, sich aber von der Kirche entfernt haben und in ihrem Leben keine Beziehung zur christlichen Praxis haben". Insbesondere in den traditionell christlich geprägten Länder müssten größere Anstrengungen unternommen werden, um die Krise des Glaubens zu überwinden. Die Verkündigung der christlichen Botschaft sei der Daseinszweck der Kirche.

Auch in der heutigen Zeit bringe der Heilige Geist der Kirche einen "neuen Elan". Der "maßgeblichste Impuls" sei vom Zweiten Vatikanischen Konzil ausgegangen, hob Benedikt XVI. hervor.

Ein "großes Hindernis" sei jedoch die "Schwäche so vieler Christen" und ihre "persönliche wie gemeinschaftliche Sünde". Sie verpflichte die Kirche zu einem demütigen Auftreten, sagte der Papst.

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