- 06.10.2012, 09:13:03
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Neuer evangelischer Superintendent Dantine in sein Amt eingeführt
"Kirche ist niemals unparteiisch" - "Bedürfnisse der Menschen sehen, hinhören, dienen"
Utl.: "Kirche ist niemals unparteiisch" - "Bedürfnisse der Menschen
sehen, hinhören, dienen"=
Innsbruck (OTS/epdÖ) - Mit einem Festgottesdienst in der Innsbrucker
Christuskirche ist am Samstagnachmittag, 6. Oktober, der neue
evangelische Superintendent der Diözese Salzburg-Tirol, Olivier
Dantine, in sein Amt eingeführt worden. Der 39jährige gebürtige
Wiener folgt auf die langjährige Superintendentin Luise Müller, die
in den Ruhestand trat.
In seiner Predigt sprach der neue Superintendent von einem Gott, der
"ganz nah bei den Menschen ist, der für seine Schöpfung brennt und
dabei nicht ausbrennt". Kirche sei nur dann Kirche, wenn sie auch
eine diakonische und eine wachsame Kirche sei. Dabei dürfe sie nicht
akzeptieren, dass etwa im Umgang mit Migrantinnen und Migranten
"diffuse Ängste benutzt werden, um ein Bedrohungsszenario
aufzubauen". Vielmehr gelte: "Die Bedürfnisse der Menschen sehen,
hinsehen, hinhören, dienen. Das ist Kirche."
Die Kirche dürfe keine neutrale Position gegenüber der Welt
einnehmen, mahnte Dantine. "Auch Jesus war nicht unparteiisch,
sondern hat Partei ergriffen für all jene Menschen, für die sonst
niemand eingestanden ist."
Die Kirche müsse "Anwältin jener Menschen sein, denen sich der
befreiende Gott zuwendet - Kindern, Frauen und Männern, deren Leid
sonst nicht gesehen wird".
Vorgenommen hat die Amtseinführung der evangelisch-lutherische
Bischof Michael Bünker. Er erinnerte in seiner Ansprache daran, dass
sich in der evangelischen Kirche niemand auf die Position des
Superintendenten bewerben könne, ebensowenig werde ein Superintendent
"von oben" eingesetzt. Vielmehr würden die Pfarrgemeinden geeignete
Kandidatinnen und Kandidaten nominieren und deren Delegierte den
Superintendenten wählen, "von Anfang und bis zuletzt entscheiden die
Pfarrgemeinden". So sei sichergestellt, dass "die geistliche Leitung
niemals die Attitude der Herrschaft annehmen kann, sie ist immer nur
Leitung durch das Wort". Leitung bedeute "nichts anderes, als Partner
der Gemeinden zu sein und darauf zu achten und ihnen zu helfen, dass
sie bei ihrer Sache bleiben", erklärte der Bischof.
Die Glück- und Segenswünsche der römisch-katholischen Kirche
überbrachte bei der Amtseinführung der Tiroler Diözesanbischof
Manfred Scheuer, Grußworte sprachen nach dem Gottesdienst bzw. beim
anschließenden Empfang u.a. Landtagspräsident Herwig van Staa und der
Innsbrucker Vizebürgermeister Christoph Kaufmann.
Olivier Dantine studierte Evangelische Fachtheologie in Wien, Berlin
und Jerusalem und war seit 2002 Pfarrer in Großpetersdorf im
Südburgenland. Der 2006 in die Synode gewählte Theologe engagiert
sich besonders im christlich-jüdischen Dialog sowie in den Bereichen
Religionsunterricht, ökumenische Ehevorbereitung, Jugendarbeit und
Erwachsenenbildung. Wie sein Großvater Wilhelm, er war weit über
Österreichs Grenzen hinaus bekannter Professor für Systematische
Theologie in Wien, und sein Vater Johannes, er gehörte als
Oberkirchenrat der gesamtösterreichischen Kirchenleitung an, steht
auch Olivier Dantine für ein weltoffenes, politisch engagiertes
Christentum. Er ist verheiratet mit der Pfarrerin Silke Dantine und
Vater von Sohn Jakob.
Zu den Aufgaben des neuen Superintendenten gehört die geistliche
Leitung der Diözese Salzburg-Tirol, der rund 30.000 Mitglieder in 16
Pfarrgemeinden angehören, davon liegen sieben in Tirol und neun in
Salzburg. Die Position des Superintendenten entspricht der Stellung
des Diözesanbischofs in der katholischen Kirche.
Hinweis: Honorarfreies Porträt zum Download
http://www.evang.at/fileadmin/evang.at/pressefotos/dantine.jpg
APA-Bilder von der Amtseinführung folgen im Laufe des Nachmittags
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