ORF zum KommAustria-Bescheid: Methodisch fragwürdiges Gutachten als Entscheidungsgrundlage, ORF-Gutachten nicht berücksichtigt

Wien (OTS) - ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz zum Bescheid der Regulierungsbehörde KommAustria: "Der heute zugestellte Bescheid wirft, abgesehen davon, dass er einen beispiellosen Eingriff in die ORF-Programmautonomie darstellt, auch einige inhaltliche Fragen auf:
Seine Grundlage ist ein, wie der ORF mehrfach nachgewiesen hat, methodisch fragwürdiges Gutachten. Die vom ORF vorgelegten Gutachten und Studien werden dagegen weitgehend nicht berücksichtigt. Zur Begründung ihres Bescheides entwickelt die Behörde ein abstraktes, starres und vor allem nicht im ORF-Gesetz vorgesehenes Rechenmodell mit einem engen, international unüblichen Kulturbegriff. Qualitätskriterien oder die gesetzlich vorgeschriebene Berücksichtigung der Vielfalt der Interessen des Publikums bleiben unberücksichtigt. All das wird im Berufungsverfahren zu hinterfragen sein!"

"Außerdem bezieht sich der Bescheid auf den Zeitraum 2010 und 2011 und lässt somit die beiden neuen Spartenprogramme ORF III Kultur in Information und ORF SPORT + außer Acht, die die Eigenständigkeit und Unverwechselbarkeit des ORF-Fernsehens eindrucksvoll unterstreichen. Insofern handelt es sich um eine rechtshistorische Betrachtung. Die Unverwechselbarkeit der ORF-Programme wurde von der Behörde ja auch bestätigt. Inhaltlich geht der Bescheid jedenfalls an der Programmwirklichkeit und den Interessen des österreichischen Publikums vorbei, das die Programme des ORF gerne und häufig nutzt und mit der Performance des ORF sehr zufrieden ist, wie Marktanteile, Reichweiten und Imagewerte eindeutig unterstreichen!", so der ORF-Generaldirektor weiter. Die Fakten:

37,1 % Marktanteil: ORF-Senderfamilie eine der erfolgreichsten in Europa

Der ORF ist mit seinen zwei TV-Vollprogrammen ORF eins und ORF 2 und seinen drei Spartenkanälen ORF III, ORF SPORT + und ORF/3sat mit einem aktuellen Marktanteil von 37,1 % einer der erfolgreichsten TV-Anbieter in ganz Europa. Das ist der kommerziellen Konkurrenz naturgemäß ein Dorn im Auge. Die Auseinandersetzung wird aber nicht im Wettbewerb um bessere Qualität oder die Gunst der Zuseher/innen ausgetragen, weil der dort offenbar für die Privaten nicht zu gewinnen ist, sondern vor den Gerichten.

Mehr als die Hälfte des Publikums sieht täglich ORF

Die Österreicherinnen und Österreicher nutzen das ORF-Fernsehen intensiv: Mehr als die Hälfte sieht täglich ORF (und das durchschnittlich 105 Minuten pro Tag), 80 % der fernsehenden Bevölkerung eines Tages sieht ORF.
85 % der in Österreich produzierten TV-Informations-Minuten kommen vom ORF, bei den gesehenen Informations-Minuten sind es sogar 95 %. Das Informationsangebot des ORF im Fernsehen wurde kürzlich um weitere 45 Minuten täglich auf 385 Minuten pro Tag ausgebaut.

Publikum zufrieden mit ORF-Fernsehen

Die Bevölkerung weist den ORF-Programmen, auch was Zufriedenheit und Beliebtheit betrifft, Topwerte aus. Dies wird durch die unterschiedlichsten Studien belegt. Laut einer aktuellen repräsentativen GfK-Untersuchung sind die Österreicher mit der Performance des ORF sehr zufrieden:

-- 75 % sind der Ansicht, der ORF "bietet gute, umfassende Information".
-- 66 % sind der Meinung, der ORF "bietet für jeden etwas".
-- Insgesamt betrachtet sind 65 % der Befragten der Meinung, der ORF "macht seine Sache" gut bis sehr gut.

Außerdem sind die Österreicherinnen und Österreicher mit dem ORF-TV-Programm in den Programmkategorien durchaus zufrieden (Noten 1-5): Sie beurteilen die Information mit "1,8", die Kultur mit "2,3", die Unterhaltung "2,2" und den Sport mit "2,1".

Die Zufriedenheitswerte mit dem ORF-TV-Programm in den Bereichen Unterhaltung und Kultur haben sich sogar im Zeitverlauf verbessert, die Kategorien Information und Sport sind auf hohem Niveau stabil.

Das Interesse der Gebührenzahler an den Programmkategorien ist unterschiedlich hoch ausgeprägt:

Nachrichten: 72 %
Unterhaltung (Filme): 70 %
Unterhaltungsshows: 43 %
Sport: 41 %
Kunst/Kultur: 24 %

In einer Market-Studie (2009) wurde erhoben, in welchen Bereichen das Publikum einen Ausbau des Programms wünscht:

-- 65 % wünschen mehr Angebote im Bereich Unterhaltung.
-- 49 % wünschen mehr Angebote im Bereich Information.
-- 39 % wünschen mehr Angebote im Bereich Kultur.
-- 23 % wünschen mehr Angebote im Bereich Sport.
-- 20 % wünschen mehr Angebote im Bereich Service.

Darüber hinaus bestätigt auch diese Studie dem ORF höchste Akzeptanz beim Publikum:

-- 58 % sind der Meinung, beim ORF bekommt man "vertrauenswürdige Informationen".
-- 81 % bescheinigen dem ORF besondere Österreich-Kompetenz.
-- 84 % sind der Meinung, der ORF biete die besten Informationen aus dem eigenen Bundesland.
-- 58 % sind der Meinung, der ORF sollte sein Programm insgesamt ausbauen.

Programmstrukturanalyse: ORF sendet ausgewogenes Programm

Die ORF-Programmstrukturanalyse wertet das gesamte TV-Jahr 2011 mit 168.060 Sendungen nach einem international anerkannten Verfahren umfassend aus. Die aktuelle Analyse weist für den ORF folgende Programmstruktur aus:

Information: 21 %
Kultur und Religion: 5 %
Wissenschaft, Bildung und Lebenshilfe: 10 %
Sport: 6 %
Unterhaltung: 45 %
Familie: 12 %

Rückfragen & Kontakt:

ORF-Marketing und Kommunikation
Tel.: (01) 87878 - DW 12228

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GOK0002