FPÖ-Neubauer: Bundeskanzler Faymann muss Stilllegung von AKWs in EU fordern!

Schönreden von EU-Energiekommissar Oettinger kann nicht über katastrophales Ergebnis der Stresstests hinwegtäuschen

Wien (OTS) - Nun liegen sie also vor, die Ergebnisse der sogenannten AKW-Stresstests. Wie der freiheitliche Anti-AKW-Sprecher NAbg. Werner Neubauer im Juni anhand durchgesickerter Ergebnisse festgestellt hatte, seien diese einerseits lückenhaft, andererseits vom Ergebnis her erschreckend. "Bundeskanzler Faymann und Umweltminister Berlakovich werden sich nun nicht länger verschweigen können", sagte Neubauer und fügte hinzu, dass die Bundesregierung nun endlich Taten setzen müsse. "Ich fordere Bundeskanzler Faymann auf, von der EU-Kommission die Stilllegung all jener Atomkraftwerke einzufordern, die den Stresstest nicht bestanden haben. Gleichzeitig soll Faymann darauf drängen, dass Österreich durch die Stilllegung bzw. Abwrackung der Schrottreaktoren kein zusätzlicher finanzieller Schaden entsteht", so Neubauer weiter.

"Mit dem gestern veröffentlichten Bericht der EU-Kommission über die Stresstests in sämtlichen Kernkraftwerken in der EU, 145 an der Zahl, wurde einmal mehr klar: nur ein inaktiver Reaktor ist ein sicherer Reaktor", stellte Neubauer fest. "Kein einziger Reaktor blieb ohne Beanstandungen, was uns angesichts der möglichen katastrophalen Auswirkungen eines Unfalles sehr zu denken geben sollte".

Die wichtigsten und gleichzeitig beunruhigendsten Erkenntnisse der Stresstests:

Bei der Auslegung von 54 Reaktorblöcken wurden moderne Standards für die Erdbebenrisikoberechnung nicht berücksichtigt. Bei den Erdbebengefährdungsstudien von 65 Reaktoren wurde nicht der international empfohlene Mindestschutzgrad vor seismischen Gefahren zugrunde gelegt. Hierzu kommt erschwerend, dass einige dieser Reaktoren auf erdbebengefährdetem Gebiet stehen.
Bei 62 Reaktoren wurden Standards für die Überflutungsrisikoberechnung nicht berücksichtigt.
Die Notfallverfahren sollten sich auf alle Anlagenzustände (d. h. Vollleistungsbetrieb bis hin zur Abschaltung) erstrecken. Dies ist bei 57 Reaktoren nicht der Fall.
Bei 79 Reaktoren gibt es keine Leitlinien für das Vorgehen bei schweren Unfällen, die alle Anlagenzustände abdecken.
Das Standhalten von fünf Reaktoren bei einem Ausfall der Notstromversorgung ohne Eingreifen ist weniger als eine Stunde gewährleistet, bevor die Sicherheitsfunktionen wiederhergestellt sein müssen, um ein Aufheizen des Reaktorkerns zu verhindern.

Die Europäische Kommission appelliert nun an alle mitwirkenden Länder, die Empfehlungen der Stresstests zügig umzusetzen. "Es ist schon eine Farce, hier von "Empfehlungen" zu sprechen. Es ist kein Problem uns die "Krümmung der Gurke" vorzuschreiben, aber bei Maßnahmen für die Sicherheit von Menschenleben wird nur "empfohlen". Der einzige richtige Weg kann nur darin bestehen, endlich den Mut aufzubringen, bis zum Ausstieg aus der Atomenergie einheitliche Richtlinien für Atomkraftwerke festzulegen", so Neubauer abschließend.

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