VP-Juraczka ad Protestwanderweg: Äußerst seltsame Optik

Widerstand gegen das NS-Regime kann nicht mit Kulturkampf der 70er Jahre gleichgesetzt werden

Wien (OTS) - "Wer den Widerstand gegen das mörderische NS-Regime mit kulturkämpferischen Aktivitäten der späten 60er und 70er Jahre gleichsetzt, der startet sicher kein 'innovatives Stadterkundungsprojekt' sondern lässt vielmehr den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit vollkommen außer Acht", so der Obmann der ÖVP Wien, Stadtrat Manfred Juraczka heute in einer ersten Reaktion auf das Projekt "Erster Wiener Protestwanderweg".

"Wie man der Homepage des Protestwanderweges entnehmen kann, arbeitet das Zentrum polis, das für das Projekt verantwortlich zeichnet, im Auftrag des Unterrichtsministeriums", so Juraczka weiter.

Auf der betreffenden Homepage finden sich als Stationen und geplante Stationen neben Erinnerungen an die Gründung der österreichischen Gewerkschaftsbewegung und das Zeichen des österreichischen NS-Widerstandes "O5" am Stephansdom auch die Arena-Besetzung 1976, die Rosa-Lila-Villa und das "pro:woman Ambulatorium für Sexualmedizin und Schwangerenhilfe".

"Bei allem Verständnis für den Ansatz der Verantwortlichen, Protestkultur sichtbar zu machen: Wer den Bestand eines privat betriebenen Lokalitätsbetriebs für Homosexuelle und die Eröffnung einer Abtreibungsklinik in einem Atemzug mit dem Widerstand gegen das Hitler-Regime nennt, der verharmlost auf unzulässige Art und Weise das NS-Regime."

Es sei allerdings davon auszugehen, dass die Gestalter des Protestwanderweges sich der Unterschiede bewusst sind: "Das macht die Sache aber nicht besser. Denn es deutet darauf hin, dass Schülerinnen und Schüler vom Ministerium unter dem Deckmantel der politischen Bildung politisch indoktriniert werden sollen."

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