Neues Volksblatt: "Skandale" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 4. Oktober 2012

Linz (OTS) - Eigentlich sollten sich FPÖ und BZÖ nicht grün sein. Aber das politische Leben erlaubt manche seltsame Allianz, auch eine blau-orange. Eine Sondersitzung des Nationalrates müsse her, tönten Vertreter beider Parteien gestern mit Blickwinkel auf Minister Berlakovich, dem man durch wiederholtes skandieren von "Skandal" etwa anhängen will. Die Grünen zaudern, aber mit einer Anzeige - der wievielten oder zumindest der wievielten angedrohten - wachelte Saubermann Pilz vorsorglich schon einmal.
Die blau-orange Allianz gibt es auch, wenn es um die Verteidigung des doppelten Parteigründers geht. Dass der verstorbene LH Haider etwas mit den nun gerichtsnotorisch gewordenen Vorgängen in Kärnten zu tun haben könnte, ist für FPÖ-Strache wie für BZÖ-Bucher ausgeschlossen, hier handle es sich um einen "ÖVP-Skandal". Man wird freilich sehen, ob am Ende des Tages immer noch die Unschuldsvermutung für all jene aus dem blau-orangen Umfeld (inklusive FPK) geltend gemacht werden muss, deren Namen die Justiz auch beschäftigen.
Letztlich könnte man es aber auch einen Skandal nennen, wie die Kärntner Blauen demokratiepolitischen Anstand mit Füßen treten, indem sie mittlerweile acht Mal durch Auszug aus dem Landtag eine Abstimmung über einen Neuwahlantrag verhindert haben. Wer sich so verhält oder dieses Verhalten gutheißt, hat wenig Anlass, mit dem Finger auf andere zu zeigen.

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