Bundeskanzler Faymann: Facharbeit in ganz Europa unterstützen

Rede von Werner Faymann bei der Anton-Benya-Preisverleihung

Wien (OTS) - "In Europa herrscht darüber Einigkeit, dass es zu wenig Facharbeiterinnen und Facharbeiter gibt. Aus diesem Grund müssen wir die dafür benötigte Ausbildung vorantreiben und finanzieren. Ich bin überzeugt davon, dass ein menschenwürdiges und arbeitnehmerfreundliches Europa möglich ist. Auch wenn uns die Krise dazu gezwungen hat, andere Wege zu gehen, so können wir doch behaupten, dass wir die richtigen Maßnahmen ergriffen haben. Die falschen Entscheidungen hätten zu einer Massenarbeitslosigkeit wie in den 1930er Jahren geführt", sagte Bundeskanzler Werner Faymann heute, Dienstag, bei seiner Abschlussrede anlässlich der Anton-Benya-Preisverleihung im Wiener Rathaus.

"Wenn wir Menschen immer nur dafür anlernen, wofür sie in einem Werk gerade gebraucht werden, dann kommt das die Gesellschaft schlussendlich sehr teuer. Deshalb wollen wir vor allem den jungen Menschen die Chance geben, früh eine breite und fundierte Ausbildung zu erhalten", so der Kanzler.

Europa sei eine der reichsten Regionen der Welt mit ausreichend zur Verfügung stehenden Ressourcen, doch die Mittel seien nicht gleich verteilt. "Es braucht daher in ganz Europa eine sozial ausgewogene Verteilungsgerechtigkeit. Ohne diese Gerechtigkeit ist ein friedliches, soziales und gemeinsames Europa nicht möglich", sagte Faymann. Zudem würde jeder davon profitieren, denn sozialer Zusammenhalt sei auch ein wichtiger Wettbewerbs- und Standortfaktor. "Um gerecht verteilen zu können, müssen wir auch etwas erwirtschaften, beispielsweise durch die Finanztransaktionssteuer. Wir müssen die Produktivität steigern, indem wir Bildung und Forschung vorantreiben", so der Kanzler. Hierbei müssten jene Länder unterstützt werden, die selbst nicht mehr die Mittel für diese wichtigen Investitionen aufbringen könnten.

"Wir haben in Europa also noch viel zu tun gegen Steuerbetrug, in Fragen der vermögensbezogenen Steuern und der Beschränkung von Spekulationen. Deshalb gilt das, was Anton Benya immer betont hat:
Verdienen wir gemeinsam, indem wir fleißig wirtschaften und die Ausbildung stärken, und verteilen wir dann gerecht", so Faymann.

"Ganz im Sinne von Anton Benya, der unverwechselbar für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingestanden ist, möchte ich mich bei allen Preisträgerinnen und Preisträgern bedanken, die in diesem Bereich tätig sind und sich auch persönlich dafür einsetzen", so der Bundeskanzler abschließend.

Ziel der heuer zum 20. Mal verliehen Anton-Benya-Preise ist es, die Bedeutung der Facharbeit hervorzuheben. Gestiftet wurden sie vom langjährigen ÖGB-Präsidenten Anton Benya, dessen Geburtstag sich am 8. Oktober zum hundertsten Mal jährt. Prämiert werden herausragende berufliche Leistungen von Lehrlingen oder Fachkräften, Verdienste um die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte, aber auch wissenschaftliche Untersuchungen, die das gesellschaftliche Ansehen der Facharbeit fördern.

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