ORF III erinnert an die Päpste der Vergangenheit und begrüßt Astronom Johannes Leitner im "science.talk"

Am 3. Oktober im Kultur- und Informations-Spartenkanal des ORF

Wien (OTS) - Anlässlich des 50. Jahrestages der Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils durch Papst Johannes XXIII. begibt sich ORF III Kultur und Information im Rahmen eines umfangreichen Vatikan-Schwerpunktes auf einen Streifzug durch die Geschichte der prägendsten Päpste der vergangenen Jahrhunderte: "Der Fall Borgia" zeichnet am Mittwoch, dem 3. Oktober 2012, das diabolische Bild von Papst Alexander VI. alias Rodrigo Borgia, bevor im Spätabend das Pontifikat von Papst Johannes XXIII. sowie die Duldungspolitik von Papst Pius XII. während des Zweiten Weltkriegs in den Fokus genommen werden. Im "science.talk" spricht Barbara Stöckl mit Astronom und Astrobiologe Johannes Leitner über die notwendigen Bedingungen für Leben auf einem Planeten, sein großes Interesse für den Mars und die nicht unwesentliche Rolle der TV-Serie "Star Trek" bei seinem Entschluss, Astronomie zu studieren.

kreuz und quer: "Der Fall Borgia" (20.15 Uhr)

Inzest, sexuelle Ausschweifungen, Korruption und Brudermord: Es gibt kaum ein Vergehen, das der aus Spanien stammenden Familie Borgia nicht nachgesagt wird. Allen voran Rodrigo Borgia, dem adligen Emporkömmling, dem es im Jahr 1492 unter dubiosen Umständen gelang, als Alexander VI. den Papstthron zu besteigen. Der frisch gewählte Kirchenfürst entpuppte sich bald als rücksichtsloser Despot, der nur seine eigenen Interessen verfolgte und vor nichts zurückschreckte, wenn es darum ging, seine Macht zu erhalten und auszubauen. Alexander VI. scheint in Rom weniger das Leben eines Papstes als das eines feudalen Renaissanceherrschers geführt zu haben. Wieviel Wahrheit steckt hinter diesen Gerüchten? Wer war Rodrigo Borgia wirklich? Ein skrupelloser Aufsteiger und Kopf einer machtgierigen Mafia? Geistlicher oder Gesetzloser? Mit der "kreuz und quer"-Dokumentation "Der Fall Borgia" begibt sich ORF III Kultur und Information auf Spurensuche und begegnet einer Persönlichkeit zwischen eiskaltem Kirchenpolitiker und sinnlichem Familienmenschen.

kreuz und quer: "Kloster zu verkaufen" (21.00 Uhr)

Ein Kloster, in dem viele der dort lebenden Schwestern den Großteil ihres Lebens verbracht haben, soll verkauft werden. Die Älteste ist 98 Jahre, ihre Mitschwestern nicht viel jünger. Die Nachricht trifft sie völlig unerwartet. Kein Geld, kein Nachwuchs: Die 23 Franziskanerinnen müssen raus und sie haben nicht mehr viel Zeit. Die einen dorthin, die anderen dahin. Kann das Gottes Wille sein? Was tun? Sich wehren oder folgen? Armut und Keuschheit haben sie gelobt, aber auch Gehorsam. ORF III Kultur und Information zeigt einen Dokumentarfilm über Klosterschwestern im emotionalen Ausnahmezustand.

science.talk: "Barbara Stöckl im Gespräch mit Johannes Leitner" (21.55 Uhr)

Sind wir allein im Universum? Wie einzigartig ist unser Planet Erde? Ist Leben ohne Wasser möglich? Fragen, die für den Astronomen und Astrobiologen Johannes Leitner zum Arbeitsalltag gehören. Als Mitglied der Forschungsplattform "ExoLife" untersucht er die notwendigen Bedingungen für Leben auf einem Planeten. Warum sich der 35-jährige Wissenschafter besonders für den Mars interessiert und welche Erkenntnisse die Wissenschaft über die Evolution von erdähnlichen Planeten hat, verrät er im "science.talk" mit ORF-III-Moderatorin Barbara Stöckl. Er spricht über seine Forschungsgrundlage, das bereits in den 1950er Jahren durchgeführte "Miller-Urey"-Experiment, das simuliert, wie Leben auf der Erde entstehen konnte, erzählt von seiner Suche nach Alternativen zu Wasser als Lösungsmittel und erklärt, welche Verbindungen als Basis für exotisches Leben in Frage kämen. "Wie die meisten Menschen wollte auch ich als Kind immer Astronaut werden", beschreibt Johannes Leitner seine frühe Begeisterung für das Weltall, die nicht zuletzt auch durch Science-Fiction-Serien wie "Star Trek" entfacht wurde.

zeit.geschichte: "Johannes XXIII. und der Aufbruch" (22.30 Uhr)

Johannes XXIII. galt als leutseliger Kirchenvater: volksnah, lebensfroh und legendenumrankt. Der Bauernsohn Angelo Roncalli aus Bergamo war unumstritten die Lichtgestalt unter den Päpsten des 20. Jahrhunderts. Kaum einer wurde zu Beginn seines Pontifikats derart unterschätzt wie er, kaum einer hat in der katholischen Kirche mehr bewegt. Gestärkt durch seine Popularität begann er, die mittelalterlichen Strukturen der Kirche aufzubrechen. Seine Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils am 11. Oktober 1962 löste nicht nur einen Erdrutsch innerhalb der Kirche aus, er eroberte damit die Herzen vieler Gläubigen im Sturm. Mit Guido Knopps und Harald Schrotts Dokumentation "Johannes XXIII. und der Aufbruch" zeigt ORF III Kultur und Information einen Glaubensmann, der mit eindrucksvollen Worten an den Friedenswillen der Menschen appellierte und damit den Dritten Weltkrieg zu verhindern wusste.

zeit.geschichte: "Papst Pius XII. und der Holocaust" (23.25 Uhr)

Mit der Dokumentation "Papst Pius XII. und der Holocaust" nähert sich ORF III Kultur und Information Johannes' Vorgänger Eugenio Pacelli, der im Jahr 1939 inauguriert wurde. "Was wird die Geschichte wohl zu meinem Schweigen sagen?", fragte er seinen Mitarbeiter und späteren Nachfolger, Angelo Giuseppe Roncalli. Die Geschichte urteilte hart über den Stellvertreter Christi, dessen Weg von Beginn an mit dem Aufstieg und Fall Hitlers verstrickt war. Während er von Gläubigen wie ein Heiliger verehrt wurde, galt er unter Kritikern als tatenloser Mitwisser des Holocaust. Obwohl der Papst schon früh von deutschen Kriegsverbrechen erfuhr, hüllte er sich in Schweigen. Wollte er es nicht sehen oder hatte er gehofft, Schlimmeres verhindern zu können? Ein Film über eine unter Historikern stark umstrittene Persönlichkeit.

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