Bundespräsident Fischer würdigt Anton-Benya-PreisträgerInnen

ÖGB-Foglar: Europa braucht Kurswechsel - Jugendarbeitslosigkeit bekämpfen

Wien (OTS/ÖGB) - "Es ist ganz sicher so, dass man Anton Benya als einen der Baumeister der Republik bezeichnen kann", sagte Bundespräsident Heinz Fischer bei der Verleihung der Anton-Benya-Preise heute, Dienstag, im Wiener Rathaus. Geprägt von Diktatur habe Benya die richtigen Schlussfolgerungen für die Republik gezogen: "Die eigene Gesinnung verteidigen, geradlinig sein; aber man muss auch andere Standpunkte einbeziehen, zu Kompromissen bereit sein und das Prinzip der Sozialpartnerschaft als vernünftig anerkennen. Die Ergebnisse, die erzielt wurden, konnten sich sehen lassen", sagte Fischer.

Der Bundespräsident erinnerte daran, dass Benyas besonderes Anliegen immer die gute Ausbildung der Fachkräfte gewesen ist. Mit den Anton-Benya-Preisen die aus Anlass von Benyas 60. Geburtstag gestiftet wurden und heuer zum 20. Mal vergeben wurde, wird die Förderung der Facharbeit ausgezeichnet. Fischer würdigte besonders die heurigen HauptpreisträgerInnen, darunter die Frauenstiftung Steyr, Josef Staudinger, Initiator des Europaforums für Berufsausbildung, Helmut Friedrich Schroll, der sich besonders um Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen aufgrund einer Behinderung gekümmert hat, Franz Platzer vom bfi Tirol, sowie Krista Schipper und Christian Deihsen, die sich in der Justizanstalt Wien-Simmering erfolgreich für den resozialisierenden Strafvollzug eingesetzt haben.

Frauenberger: Leistung der arbeitenden Menschen garantieren Wohlstand des Landes

"Die Ausbildung der FacharbeiterInnen aufrechtzuerhalten, ist in der Krise doppelt so wichtig wie sonst. Nur wenn Jugendliche die Perspektive haben, ihre eigene Existenz sichern zu können, dann können wir der Wirtschaftskrise trotzen", sagte Stadträtin Sandra Frauenberger in ihren Begrüßungsworten. "Die Leistungen der arbeitenden Menschen sind Garant für den Wohlstand des Landes", deswegen sei es besonders wichtig, hier und heute die PreisträgerInnen vor den Vorhang zu holen: "Sie sorgen dafür, dass junge Menschen eine Chance bekommen, und dass Menschen mit besonderen Bedürfnissen und schwieriger Ausgangsposition in diesem Land nicht auf der Strecke bleiben. Für dieses Engagement will ich mich bedanken", schloss Frauenberger.

Foglar: Benya wollte soziales Europa statt Europa der Konzerne

"Mit der Preisverleihung würdigen wir einen wesentlichen Gedanken von Anton Benya: Die Facharbeit ist der Schlüssel zu persönlichen Perspektiven, sie ist eine Chance, mit Arbeit ein würdiges Leben bewerkstelligen zu können. Die Facharbeit ist ein enorm wichtiger Bestandteil der Volkswirtschaft. Wo wäre Österreich, gäbe es nicht bestausgebildete Menschen?", sagte ÖGB-Präsident Erich Foglar in seiner Festrede. Benya habe ein soziales Europa gefordert, das mehr sein müsse als ein Europa der Konzerne. "Derzeit leben wir aber nicht in einem Europa der Zukunft, sondern in einem Europa, wo viele arbeitslos sind, obwohl sie die beste Berufsausbildung genießen durften. Die Aufgabe der Gewerkschaften und die Verantwortung der Politiker in ganz Europa ist daher ein Kurswechsel: weg von der Sparpolitik, die Rezessionen herbeiführt. Eigentlich gäbe es eine einzige Priorität, die ganz oben stehen müsste: Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit", so Foglar.

Es darf keinen Stillstand geben: Ausbildung noch besser machen

"Österreich geht bewusst einen anderen Weg, deshalb haben wir die niedrigste Arbeitslosigkeit und die zweitniedrigste Jugendarbeitslosigkeit in der EU." Die duale Lehrausbildung und die Berufsausbildung in den BMHS seien ein Erfolgsmodell, so Foglar, aber: "Im Sinne von Anton Benya, dass es keinen Stillstand geben darf: Ja, wir haben gute Ausbildung, aber wir müssen noch besser werden. Die Betriebe sind die wichtigsten Ausbildungsstätten der dualen Berufsausbildung, und es reicht nicht, wenn nur 20 Prozent der Betriebe Lehrlinge ausbilden, denn das heißt: 80 Prozent bilden nicht aus." Foglar forderte Verbesserungen bei der fairen Finanzierung der Lehrlingsausbildung, zum Beispiel durch eine Fachkräftemilliarde.(fk)

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