Transportwirtschaft fordert variable Mineralölsteuerrückvergütung

WKÖ-Klacska: Variables Modell mit Schwellenwert würde Planungssicherheit für Betriebe und Finanzministerium bringen

Wien (OTS/670) - Sprunghafte und starke Ausschläge beim Dieselpreis sorgen in der heimischen Transportbranche für Belastungen. "Um schwere Güter auf der Straße zu bewegen, führt aus heutiger Sicht jedoch kein Weg am Diesel als wichtigstem Treibstoff vorbei", erläuterte Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), heute in einer Pressekonferenz. Im Bereich des Güterverkehrs entfallen bereits 20 bis 30 Prozent der Kosten allein auf Diesel.

Vor dem Hintergrund der ohnehin der in Branche vergleichsweise niedrigen Margen können die hohen Treibstoffkosten existenzbedrohend für die Betriebe sein, so Klacska. Daher fordert die Bundessparte Transport und Verkehr die Einführung einer variablen Mineralölsteuerrückvergütung im gewerbsmäßigen Verkehr.

Im Vergleich zum Gewerbediesel, der einen niedrigeren MÖSt-Satz vorsieht, käme eine solche Rückvergütung nur zum Tragen, wenn der Dieselpreis eine vorher definierte Förderschwelle überschreitet. Diese Schwelle soll jeweils für ein Kalenderjahr im vorher gehenden Herbst festgelegt werden. Die Rückvergütung beliefe sich dann auf die Höhe der Differenz zur Schwelle. "Dadurch hätten sowohl unsere Unternehmen, als auch das Finanzministerium höhere Planungssicherheit", betonte der Bundesspartenobmann. Zudem attraktiviere ein solches Modell den Standort Österreich.

Administrativer Aufwand für Tankstellen
Dass von hohen Treibstoffpreisen in erster Linie die öffentliche Hand profitiert, erläuterten Werner Sackl, Obmann des WKÖ-Fachverbandes Garagen-, Tankstellen- und Servicestationsunternehmen und Fachverbandsgeschäftsführer Alexander Piekniczek: "Der Tankstellenpächter hat keinen, der Eigenhändler kaum Einfluss auf den Treibstoffpreis. Der Staat hat den Löwenanteil. Durch einige Verordnungen, die zur Transparenz der Spritpreise beitragen sollten, entsteht den Tankstellen darüber hinaus ein enormer administrativer Aufwand", so Sackl und Piekniczek. Die Verordnung zur Spritpreisdatenbank etwa regelt, dass die Tankstellenbetreiber ihre Preise innerhalb von wenigen Minuten an die E-Control melden müssen. "Dies bedeutet für uns ein Mehr an Bürokratie, die Treibstoffpreise wurden dadurch jedoch nicht gesenkt, das heißt, der Kunde hat kaum Nutzen dadurch. Die meisten Zugriffe auf die Datenbank kommen von der Mineralölindustrie, nur 7 Prozent der Konsumenten nutzen die Datenbank", so Sackl.

Stabile Konjunktureinschätzung
Der Kostendruck in der Branche lässt sich auch von der heute präsentierten aktuellen Konjunkturerhebung ablesen: Eine knappe Mehrheit der befragten Unternehmen geht von steigenden Preisen ihrer Dienstleistungen in den kommenden Monaten aus. Insgesamt bewerten die Unternehmen der Mobilitätsbranche das zurückliegende Quartal als "neutral", ebenso wie die Erwartung an die kommenden Monate. Die Geschäftslage wird von den Firmen etwas besser eingeschätzt als die Nachfrageentwicklung, wie Bundesspartengeschäftsführer Erik Wolf erläuterte.

Die Beschäftigungslage ist nach wie vor stabil. "Anlass zur Sorge bereitet uns jedoch, dass sich in den nächsten Jahren der Facharbeitermangel deutlich abzeichnen wird", betont Klacska. Die Branche setzt daher auf verschiedene Aktivitäten, um auf sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Klacska: "Die Mobilitätsbranche hat Zukunft. Wir haben moderne Jobs mit langfristigem Karrierepotenzial zu bieten."

Hermes Verkehrs-Logistik-Preis holt Qualität vor den Vorhang
Um aktive Unternehmen der heimischen Mobilitätsbranche vor den Vorhang zu holen und die Qualität in der Branche noch weiter fördern, startet die WKÖ-Bundessparte heute, Dienstag, eine neue Initiative:
Erstmals wird der Hermes Verkehrs-Logistik-Preis ausgelobt. In vier Kategorien werden im April 2013 Vorzeige-Betriebe ausgezeichnet. Nähere Infos dazu unter www.hermes-vlp-.at . (PM)

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