VKI: Intransparente Preisauszeichnung bei Konzertkartenvermittlung im Internet

OGH sieht Information der Wiener Mozart Orchester Konzertveranstaltungs GmbH über ihre Vermittlungsgebühren für unzureichend an

Wien (OTS/VKI) - Die Konzertkartenvermittlung Wiener Mozart Orchester Konzertveranstaltungs GmbH verkauft auf ihrer Webseite www.viennaticketoffice.com Eintrittskarten für verschiedene Veranstaltungen wie Konzerte und Theateraufführungen. Beim Kauf einer Karte hebt diese eine Vermittlungsgebühr in Höhe von 25 Prozent des Kartenpreises ein. Davon erlangen Kunden aber nur durch Recherche Kenntnis. Denn bei der Onlinebuchung gibt das Unternehmen lediglich den "Gesamtpreis inklusive Buchungsgebühr und Mwst" bekannt. Wie viel davon auf die Vermittlung und wie viel auf die Veranstaltung selbst entfällt, erfährt man erst, wenn man in den kurz vor Buchungsabschluss anzuklickenden Allgemeinen Geschäftsbedingungen den letzten Punkt liest. Nur dort wird auf die 25-prozentige Vermittlungsgebühr hingewiesen. Da diese Vorgehensweise gröblich benachteiligend, überraschend und intransparent erschien, klagte der Verein für Konsumenteninformation (VKI) im Auftrag des Konsumentenschutzministeriums auf Unterlassung. Nun steht das Urteil des Obersten Gerichtshofes (OGH) fest. Dieser betrachtet die Informationen des Konzertveranstalters zu den Vermittlungsgebühren ebenfalls als unzureichend.

Bereits die Vorinstanzen teilten die Rechtsansicht des VKI und sahen die unzureichende Information über die verlangte Vermittlungsgebühr als intransparent an. Dies wurde nun auch vom OGH bestätigt. Für einen Verbraucher sei nicht ersichtlich, ob und welcher Anteil des Gesamtpreises auf die Vermittlungsleistung und welcher Anteil auf den Besuch der Veranstaltung selbst entfalle, zumal es auch keinen Querverweis zum Ort gäbe, wo der Preis für die Vermittlungsleistung genannt werde. Außerdem bejahte das Höchstgericht die Frage, ob Vertragsbestimmungen auf Websites als AGB im Sinne des Konsumentenschutzgesetzes anzusehen sind.

"Es ist davon auszugehen, dass nun alle Online-Konzertkartenveranstalter im Sinne dieser Entscheidung ihre Vermittlungsgebühren in transparenter Weise bereits am Beginn des Buchungsvorganges darstellen, um ihren Kunden einen Preisvergleich zu ermöglichen", resümiert Mag. Maria Ecker, Juristin im Bereich Recht des VKI.

Das Urteil ist kostenlos auf www.verbraucherrecht.at abrufbar.

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Mag. Maria Ecker, Juristin Bereich Recht
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