Position der ÖGAM zum Disease Management Programm "Diabetes mellitus"

Wien (OTS) - Die Ärztekammer NÖ hat im September das Disease Management Programm (DMP) für Altersdiabetes ("Therapie aktiv") gekündigt. Damit ist die strukturierte Versorgung von Patienten mit Diabetes mellitus in NÖ zwar nicht gefährdet, die Grundsatzdiskussion um Disease Management Programme jedoch neuerlich eröffnet.

Behandlung und Betreuung von chronisch Kranken und damit auch von Menschen mit Diabetes mellitus sind zentrale Aufgaben der Hausarzt-und Familienmedizin. Die damit in Zusammenhang stehende Qualitätssicherung ist ein wichtiges Anliegen der Österreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin (ÖGAM).

Die Senkung eines einzelnen Risikofaktors (beim Diabetes z.B. Hba1c) hat sich als nicht zielführend erwiesen. Viele Faktoren müssen im Zusammenspiel beachtet werden: Blutdruckeinstellung, Bewegung, Gewicht, Blutfettprofil, psychische Situation etc.

Eine gute Betreuung muss daher vorausschauend und strukturiert erfolgen und der Vielfalt gerecht werden. Dies erfordert einerseits gutes Krankheitsverständnis bei den Patienten, andererseits eine kompetente Betreuung im Team.

Ein Programm zur strukturierten Betreuung mit Patienten-Schulung als wichtigem Teil, stärkt und erleichtert die mitverantwortliche Einbindung der Patienten. Es begünstigt die Teambildung innerhalb der Praxis, die Vernetzung der Versorgung mit anderen Fachgebieten und Gesundheitsberufen, insbesondere auch die zeitgerechte Einplanung fachärztlicher Kontrollen.

Die ÖGAM tritt für die Weiterentwicklung und neuerliche Verhandlung des DMP "Diabetes mellitus" ein und ist von dessen Wirksamkeit zur Förderung der Prozessqualität überzeugt.

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Dr. Reinhold Glehr, Präsident ÖGAM
Dr. Susanne Rabady, Vizepräsidentin ÖGAM
E-mail: glehr@aom.at
0664 1814147

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