Rogner Bad Blumau: Richtigstellung zu "profil"-Bericht

"Agrarindustrie in Bad Blumau widerspricht sanftem Tourismus"

Wien (OTS) - Das steirische Tourismusunternehmen Rogner Bad Blumau nahm heute, Sonntag, zu einem "profil"-Bericht über Wasserrechtsfragen in Bad Blumau wie folgt Stellung.

Im September 2011 sind, anders als im "profil" dargestellt, Vertreter des Agrarunternehmens "Frutura" mit der Idee an uns heran getreten, die Energie der von uns genutzte Thermalquelle auch für die Beheizung von Glashäusern für den Tomatenanbau im Auftrag der Handelskette "Spar" zu verwenden. Wir haben von dem Projekt, aus drei Hauptgründen Abstand genommen:

1. Ökologische und soziale Fragen waren zwar Thema der Gespräche, nicht aber Gegenstand der uns vorgelegten Verträge. Das Projekt hätte damit den von uns geforderten Voraussetzungen eines nachhaltigen Wirtschaftskreislaufes widersprochen.

2. Das Projekt wäre im Widerspruch zum Entwicklungskonzept der Gemeinde Bad Blumau gestanden, das auf sanften Tourismus in einer klein strukturierten Region abzielt. Der Bürgermeister der Tourismusgemeinde Klöch bei Bad Radkersburg hat ein vergleichbares, ihm von den gleichen Projektbetreibern vorgelegtes Vorhaben aus ähnlichen Gründen abgelehnt.

3. Die Projektbetreiber wollten in den Verträgen keine Aussage darüber treffen, wie sie die geothermische Energie weiter nützen würden, sollte sich der agroindustrielle Tomatenanbau angesichts der hohen Kosten für eine Bohrung in drei Kilometer Tiefe als unwirtschaftlich erweisen. Auch das hätte ein unwägbares Risiko für die konsequente Weiterführung des Konzeptes für nachhaltigen Tourismus in der Region bedeutet.

In der Folge haben die Projektstrategen, unseres Wissens nach das Handelsunternehmen "Spar" und das Agrarunternehmen "Frutura", eine Bohrung außerhalb der um das Rogner Bad Blumau bestehenden Schutzzone geplant. Wir als Rogner Bad Blumau haben bei den diesbezüglichen Verfahren eine Parteienstellung beantragt, zumal laut unseres Hydrologen eine industrielle Nutzung der geothermischen Energie unkalkulierbare Einflüsse auf den unterirdischen Wasserkreislauf haben und im schlimmsten Fall ein Versiegen der von uns genutzten Thermalquelle bedeuten kann. Als Leitbetrieb der Region mit 320 Mitarbeitern haben wir die Verpflichtung, auf solche möglichen Probleme hinzuweisen.

Im "profil"-Bericht wird der Eindruck erweckt, das Rogner Bad Blumau könnte hinter dem Unmut weiter Teile der örtlichen Bevölkerung gegenüber dem geplanten industriellen Tomatenanbau mit Hilfe geothermischer Energie stehen. Dies ist unrichtig. Der Unmut der Bevölkerung ist unserer Einschätzung nach fünf Hauptgründen geschuldet:

1. Die Projektbetreiber haben nie verbindliche schriftliche Unterlagen über ihr Vorhaben vorgelegt.

2. Die Lebensqualität in einer agroindustriellen Region sinkt gegenüber der in einer touristischen Region.

3. Grundstücke verlieren in einer agroindustriellen Region gegenüber einer touristischen an Wert.

4. Das Projekt wurde auf Gemeinderatsebene nie detailliert besprochen und abgestimmt.

5. Nicht zuletzt sorgten bei einzelnen Gemeinderatsmitgliedern Bilder aus einem beispielgebenden Projekt der gleichen Projektbetreiber für Beunruhigung, die in abschreckender Weise zeigen, was agroindustrielle Tomatenzucht bedeuten kann.

Unrichtig ist im "profil"-Bericht weiters, dass eine Online-Petition gegen die Tomatenzucht auf der Protestplattform avaaz.org wegen geposteter Fehlinformationen aus dem Netz genommen wurde. Tatsächlich war es nicht möglich, eine Petition gegen ein Projekt aufrecht zu erhalten, über das bis dahin keine schriftlichen Unterlagen existiert haben. Eine neue Petition für die Beibehaltung des sanften Tourismus und gegen Agrarindustrie steht seit heute, Sonntag, auf der Seite "change.org".

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Bernhard Salomon
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