Dreißig-Millionen-Spende für den Konzertsaal im Augarten. Wunsch oder Wirklichkeit?

30.9. Augartenspitz Sonntags-Wunsch-Konzert der Wiener SängerRaben

Wien (OTS) - Die Bürgerinitiative Freunde des Augartens reagiert verwundert auf ein vom Schweizer Fernsehen am 25.6.2012 ausgestrahltes Interview,
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"Im WIENER AUGARTEN spendierte er [Anm.: DI Peter Pühringer, Hauptsponsor der Wiener Sängerknaben] den Sängerknaben einen Konzertsaal für 30 [DREISSIG] Millionen Euro. Pühringer weckte auch Mißtrauen. Davon zeugen die inzwischen verlassenen Hütten des Widerstandes." Diese Hütten sind auf dem Video gut zu sehen. Sie sind weiterhin Bestandteil des Protestes gegen Verbauung des denkmalgeschützten Augartens.

Laut österr. Medienberichten [Die Presse 26.9.2012, Salzburger Nachrichten 26.9.2012] kostet der Bau allerdings nur 12 Mio Euro.

Bei der Schweizer Kommune Vitznau erwirkte Pühringer mit einem Geschenk von 5 Mio Franken eine erhebliche Herabsetzung des kommunalen Steuersatzes. ["Verdächtiges Füllhorn über Vitznau" im Tagesanzeiger Luzern 18.5.2011]. Ein Geschenk mit Pferdefuß, denn von der Steuersenkung profitiert vor allem Pühringer. "Ein kalkuliertes Investment" nennt es der TV-Kommentator. Weiter im sf.tv-Video - "Der Mann [Pühringer] zeigte Mühe mit der Schweizer Basisdemokratie." Wegen der Forderung der Vitznauer Bürger 2011, eine Abstimmung über Geschenkannahme und Konditionen abzuhalten.

Ist die Konzerthalle im Augarten ein Danaergeschenk ? Vertraglich geregelt sei die Finanzierung des Betriebes der Konzerthalle im Augarten für 67 Jahre, wischte Pühringer ursprünglich Einwände besorgter Bürger vom Tisch. O-Ton "das kostet den Steuerzahler nix" -weder die Errichtung der Halle, noch die Betriebskosten - "keinen Cent". Jetzt liest man in den "Salzburger Nachrichten" vom 26.9.2012 " .. zugesichert, den Betrieb des Konzertsaals 65 Jahre lang MIT-zufinanzieren". Von "kostet .. keinen Cent" also keine Rede mehr. Wie befürchtet, wird der österr. Steuerzahler für die Betriebskosten zur Kasse gebeten.

Welchen Weg nahm das Geld - die 30 oder 12 Mio Euro ? Woher kommt es?

Inzwischen wankten in Ö Banken; einige von ihnen wurden mit Milliarden-Euro-Beträgen "aufgefangen", zu Lasten der Österreicher vor dem Bankrott bewahrt.

Wieviel an Vermögen der (Super-)Reichen auf diese Weise gerettet wurde, vom österr. Staat, wird selten thematisiert. Auch diese Milliarden (Staatsschulden) hängen der Generation der heutigen Schulkinder wie ein Mühlstein um den Hals.

"Einem geschenkten Konzerthallen-Gaul schaut man nicht ins Maul !" Schauen - und Prüfen - hätten aber die Verantwortlichen müssen. "Wenn sich der Investor zurückzieht und in die Schweiz geht ..." argumentierte damals Landeshauptmann und Bürgermeister Dr. Häupl [Zitat, Falter Zeitung] seine Zustimmung zum STANDORT Augarten. Pühringer ging in die Schweiz. VORHER wäre zu klären gewesen, wieviel des Vermögens vom österr. Staat gerettet wurde.

Verträge werden unter Verschluß gehalten: der Mietvertrag für 1744 m2 Augarten-Fläche, der Sponsorvertrag Pühringers mit dem Verein Wiener Sängerknaben. Ob es den BAURECHTs-Vertrag, auf dem Augarten-Grundstück im Eigentum der Republik, gibt ? Er findet sich nicht im Grundbuch beim Bezirksgericht Leopoldstadt, nicht in der Urkundensammlung. Pühringers Konzerthalle - ein SCHWARZBAU ?

Der Protest wird fortgesetzt: Wiener SängerRabenfest am Sonntag, 30.Sept. 2012 ab 16 Uhr, beim Widerstandszelt auf der Dammwiese am Augartenspitz.

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