ORF III mit dem Finale des Septemberschwerpunkts "Flucht und Emigration" und einer Verbeugung vor Opernstar Leo Nucci

Am 29. und 30. September im Kultur- und Informations-Spartenkanal des ORF

Wien (OTS) - Am Samstag, dem 29. September 2012, ändert ORF III Kultur und Information anlässlich des Lawinenunglücks am Manaslu vergangenes Wochenende kurzfristig die "Land der Berge"-Ausgabe und erinnert an ähnliche Wetterkapriolen im Himalaya vor 14 Jahren:
Welcher Reiz steckt hinter dem lebensgefährlichen Höhenalpinismus? Im Rahmen des Septemberschwerpunkts "Flucht und Emigration" zeigt ORF III Kultur und Information die Doku "Todesmarsch von Breslau" und lässt Zeitzeugen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in russische Lager verschleppt wurden, zu Wort kommen, sowie jene, die am 30. Jänner 1945 den Untergang der "Wilhelm Gustloff" überlebt haben und von den dramatischen Erlebnissen erzählen.
Im Spätabend strapaziert "Kult.reloaded" die Lachmuskeln, wenn Gerhard Bronner, Kurt Sobotka und Peter Wehle so manchen Schabernack an "Die große Glocke" hängen und Ernst Hagen und Karl Hirschbold den richtigen Gebrauch ihrer Muttersprache lehren.

Am Sonntag, dem 30. September, dreht sich alles um den italienischen Opernsänger Leo Nucci: Barbara Rett präsentiert den Starbariton beim "Recital"-Konzert in der Mailänder Scala sowie in Giuseppe Verdis "Nabucco" und Giacomo Puccinis "Gianni Schicchi" jeweils in der Titelrolle.

Samstag, 29. September

Unser Österreich: "Land der Berge: Manaslu - Der Wille zum Sieg" (19.30 Uhr)

Vergangenes Wochenende forderte der Abgang einer Lawine am 8.163 Meter hohen Manaslu in Nepal zahlreiche Menschenleben, nachdem ein Wettersturz sowie ungeheure Schneemassen den Aufstieg einer Gruppe von Alpinisten erschwert hatten. Aufgrund seiner Steilwände und plötzlichen Wetterumschwünge wird der Berg im Himalaya auch "Todesberg" genannt. ORF III Kultur und Information zeigt mit "Der Wille zum Sieg" einen Filmbericht über den Versuch, 1998 den achthöchsten Berg der Welt zu besteigen. Damals taten die Bergsteiger mit dem Abbruch des Aufstiegs das einzig Richtige. Mit der "Land der Berge"-Dokumentation zeigt ORF III Kultur und Information nicht nur beeindruckende Bilder, sondern nimmt die Problematik des gefährlichen Höhenalpinismus in Himalaya und Karakorum unter die Lupe. Achttausender-Spezialisten wie Peter Habeler und Wolfgang Nairz erwägen das Pro und Kontra dieser Extremsportart.

zeit.geschichte: "Die große Flucht: Festung Breslau" (20.15 Uhr)

Schlesische Tragödie: Im Jänner 1945 erklärte NS-Gauleiter Hanke die Hauptstadt Breslau offiziell zur Festung. Wer zur Verteidigung fähig war, durfte bleiben. Hunderttausende Frauen mit Kindern sowie ältere und gebrechliche Menschen wurden bei minus 20 Grad aus der Stadt geworfen. Da nur wenige Züge zum Abtransport der Zivilisten zur Verfügung standen, kam es auf den Bahnhöfen zu dramatischen Szenen. Die Flucht wurde zum "Todesmarsch von Breslau": Es war ein Kampf ums nackte Überleben. Dass Hanke unter sowjetischem Beschuss zudem eine Flugbahn mitten in Breslau anlegen ließ, verschlechterte die Situation zunehmend. Im einzigen Flugzeug, das je aus der Innenstadt aufstieg, desertierte der Gauleiter selbst. Mit Stefan Brauburgers und Ekkehard Kuhns Dokumentation "Festung Breslau" erzählt ORF III Kultur und Information von den in der Stadt verbliebenen Deutschen, die nun jeglicher Willkür der Sieger ausgeliefert waren.

zeit.geschichte: "Die große Flucht: Verschleppt und verloren" (21.05 Uhr)

Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Ostpreußen: Beim Einmarsch der Roten Armee brach Chaos aus. Die Massenflucht riss Familien auseinander und trennte Kinder von ihren Müttern. Eine Million Deutsche wurde mit Zügen in die Ukraine, den Kaukasus oder nach Sibirien verschleppt, um dort Zwangsarbeit zu verrichten. Seuchen, Hunger und Erschöpfung waren die Folge. Bereits in den ersten Monaten starben unzählige Menschen in den Lagern. Wer einmal ins Krankenlager verlegt wurde, galt dem Tod geweiht. Im Film "Verschleppt und verloren" berichten Zeitzeugen, die nach dem Krieg in russische Lager gebracht wurden, von ihren schlimmen Erfahrungen.

zeit.geschichte: "Die große Flucht: Der Untergang der Wilhelm Gustloff" (21.55 Uhr)

Am 30. Jänner 1945 führte die letzte Fahrt der "Wilhelm Gustloff" zum Tod von mehr als 9.000 Menschen. Der Ozeanriese, einst Stolz der nationalsozialistischen "Kraft durch Freude"-Flotte, sollte die Flüchtlinge aus Ostpreußen vor der Roten Armee evakuieren. Frauen, Kinder und Verwundete sowie Soldaten einer U-Boot-Lehrdivision waren an Bord. Als das sowjetische U-Boot "S-13" drei Torpedos gegen die Gustloff abfeuerte, versank das Schiff in nur 60 Minuten in der eiskalten Ostsee. Im Film berichten Überlebende von der Schiffstragödie.

Kult.reloaded: "Die große Glocke" (22.45 Uhr)

Wenn Peter Wehle anlässlich des Besuchs von Elisabeth II. "Queen, Queen, nur du allein" trällert, Peter Frick und Kurt Sobotka in der geografischen Mitte der Parteizentralen die Wahlberichterstattung im Radio verfolgen, in der Hoffnung, dem Wahlsieger als Erste gratulieren zu können, vier Warschauer-Pakt-Soldaten der UdSSR helfen, die Grenze nach China abzusichern, und Gerhard Bronner über den Trend, sich am Stadtrand anzusiedeln, die lustigsten Schmähs reißt, darf gelacht werden. Denn ORF III Kultur und Information ist in der "Kult.reloaded"-Nacht angekommen und lässt die besten Kabarettisten von damals das Ihrige dazu beitragen.

Kult.reloaded: "Deutsch für Inländer" (0.00 Uhr)

Um Mitternacht dreht sich alles um den fehlerhaften Gebrauch der deutschen Muttersprache. Ernst Hagen und Karl Hirschbold nehmen die schrägsten Ausdrucksfehler in die Mangel und leisten mit "Deutsch für Inländer" einen kabarettistischen Beitrag zur allgemeinen Sprachverbesserung.

Sonntag, 30. September

"Erlebnis Bühne"-Künstlerporträt: "Leo Nucci Recital" (18.40 Uhr)

Seine berufliche Laufbahn begann Leo Nucci als Schlosser und dennoch galt seine Leidenschaft stets der Musik. Nach seinem ersten Bühnenauftritt in der Rolle des "Figaro" in Gioachino Rossinis Oper "Il barbiere di Siviglia" debütierte er an allen wichtigen Opernbühnen der Welt. In Zusammenarbeit mit international bedeutenden Dirigenten wie Herbert von Karajan oder Zubin Mehta sorgt der italienische Opernsänger seit nunmehr über 40 Jahren für Begeisterung.
ORF III Kultur und Information widmet dem Starbariton einen besonderen "Erlebnis Bühne"-Sonntag und zeigt Leo Nucci bei einem grandiosen Auftritt an der Mailänder Scala. Beim "Recital"-Konzert singt er die berühmtesten Arien seines umfangreichen Repertoires:
Nicht nur Rossini, Donizetti, Verdi und Puccini hätten ihre Freude, auch das Publikum darf gespannt sein.

Erlebnis Bühne mit Barbara Rett: "Nabucco" (20.15 Uhr)

Im Hauptabend brilliert der charmante Italiener als "Nabucco" in Giuseppe Verdis gleichnamiger Oper. Im Mittelpunkt stehen dabei die Befreiung des jüdischen Volkes aus der babylonischen Gefangenschaft sowie die Hybris des Titelhelden. Nachdem sich Nabucco selbst zum alleinigen König machen will, den die Leute bis in alle Ewigkeit anbeten sollen, schlägt ihn sein eigener Wahnsinn und nimmt ihn fest. Ob er jemals wieder zur Vernunft kommen wird, was Nabuccos Tochter Fenena damit zu tun hat und wie es gelingt, das jüdische Volk zu befreien, stellen Leo Nucci, Maria Guleghina, Fabio Sartori und Nino Surguladze in der kolossalen Arena di Verona unter dem Dirigat von Daniel Oren zur Schau.

Erlebnis Bühne mit Barbara Rett: "Gianni Schicchi" (22.30 Uhr)

Im Anschluss begeistert Leo Nucci an der Seite der österreichischen Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager in Giacomo Puccinis Oper "Gianni Schicchi". Wenn sich alles um den Tod eines Familienoberhauptes und dessen Hinterlassenschaft dreht, der Verstorbene seinen Besitz wenig zur Freude seiner Verwandtschaft einem Kloster vermacht und das Testament dennoch zugunsten Gianni Schicchis ausfällt, scheint einiges nicht mit rechten Dingen abzulaufen. Erbschleicherei hin oder her, der strahlende Sieger steht fest. Als Dirigent brilliert der gebürtige Deutsche Michael Boder, designierter Chefdirigent und künstlerischer Berater der Königlichen Oper Kopenhagen.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0011