Interessante Vorträge und lebhafte Diskussionen

Großer Erfolg des Solvency II Symposiums an der FH des bfi Wien

Wien (OTS) - Bereits seit zwei Jahren beschäftigt sich ein Team von acht engagierten LektorInnen und ForscherInnen an der Fachhochschule des bfi Wien mit dem Thema Solvency II. Das gleichnamige Projekt wird vom BMVIT und vom BMWFJ gefördert und von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) im Rahmen der Programmlinie "COIN-Aufbau" abgewickelt. Mit dem Solvency II Projekt ist es der FH des bfi Wien gelungen, den Forschungsschwerpunkt "Risikomanagement", in dem seit 2004 im Bereich Banken geforscht wird, auf den Bereich Versicherungen auszuweiten. Eine Vielzahl wissenschaftlicher Papers zu aktuellen Fragestellungen zeugen von der Expertise, die das Kompetenzzentrum für Risikomanagement der FH des bfi Wien vorweisen kann.

Ziel des Solvency II-Projektes ist es nicht zuletzt, etablierte Forschungskooperationen mit der Wissenschaft und der Wirtschaft zu vertiefen und neue Innovationsnetzwerke zu schaffen. Das rege Interesse am gestrigen Symposium zum Thema Solvency II bestätigt, dass dieses Vorhaben gelungen ist. Dr. Helmut Holzinger, Geschäftsführer der FH des bfi Wien, konnte in seiner Eröffnungsrede ca. 150 Gäste begrüßen.

DI Wolfgang Herold von der Österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) zeigte im ersten Vortrag auf, welche Anforderungen an das quantitative Asset- und Risikomanagement durch Solvency II auf die Versicherungen zukommen und warum diese Anforderungen vernünftig sind. Prof. Dr. Alois Strobl von der FH des bfi Wien präsentierte zwei statistische Modelle zur Abschätzung des Immobilienrisikos für Österreich. Eine lebhafte Diskussion schloss sich daran an, die sich vor allem mit der Datenqualität und -quantität der Modelle befasste. Hatten die ersten zwei Vorträge die Säule I von Solvency II im Focus, so ging Dipl. Bw. Christian Schätzle von Schweers, Kemps und Schuhmann Consulting (SKS) auf die Säule II ein. Im Mittelpunkt seiner Betrachtungen stand die Risikotragfähigkeit als Kern des ORSA Prozesses und die Umsetzung der Säule II in Deutschland. Den Abschluss der Vorträge bildete Mag. Georg Weinberger von der KPMG, der sich mit der Säule III beschäftigte. Eindrucksvoll veranschaulichte er, welche enormen Reporting-Pflichten auf die Versicherungen zukommen, die noch dazu in einem sehr ambitionierten Zeitfenster zu erfüllen sind.

Klassische Lebensversicherung in Zukunft gefährdet

"Ich würde mir gleitendere Übergänge von Solvency I auf Solvency II wünschen", meinte Mag. Werner Müller, Vorstand Allianz Österreich, bei der abschließenden Podiumsdiskussion. Sein Unternehmen sieht er bei der Umsetzung von Solvency II gut aufgestellt. Mag. Rudolf Diewald (Leiter der Wirtschaft und Finanzen im Versicherungsverband Österreich) beklagte die enorme Komplexität der Regeln und Anforderungen und die mangelnde wissenschaftliche Fundierung. Mag. Thomas Smrekar (Wirtschaftsprüfer und Partner der KPMG) bemängelte die zu starke Orientierung des Solvency II Regelwerkes an Marktwerten. In den vergangenen 20 Jahren war dieser Trend generell zu beobachten, seit Ausbruch der Finanzkrise ist dieser jedoch wieder im Rückzug.

Die oft diskutierte Frage, ob Solvency II geeignet sei, ein Unternehmen zu steuern, ist für Mag. Christoph Krischanitz, Präsident der Aktuarvereinigung Österreichs, falsch gestellt, da es dafür nicht vorgesehen ist. Bei der Frage, was sich für die KonsumentInnen durch Solvency II ändert, war die überwiegende Meinung, dass für den Altbestand keine großen Änderungen zu erwarten sind, allerdings erscheint beim Stand der jetzigen Regeln in Zukunft die klassische Lebensversicherung gefährdet. Mag. Andreas Hell von der Finanzmarktaufsicht wünschte sich eine Hinwendung zur Säule II, nachdem man sich lange mit der Säule I beschäftigt hat. Insgesamt wurden die Aussichten der österreichischen Versicherungswirtschaft positiv gesehen. Große negative Auswirkungen durch Solvency II auf die österreichische Versicherungswirtschaft wurden - abgesehen von der klassischen Lebensversicherung - von den meisten Diskutanten nicht gesehen.

Die Fachhochschule des bfi Wien

Die Fachhochschule des bfi Wien ist eine der führenden Fachhochschulen in Österreich. Die FH des bfi Wien ist die einzige Hochschule in Wien, die 2009 von der EU ausgezeichnet wurde. Nur 10 Hochschulen in Europa haben 2009 das ECTS-Label und Diploma Supplement Label von der EU erhalten. Die Fachhochschule des bfi Wien ist eine davon. Mit diesen beiden Auszeichnungen gehört die FH des bfi Wien zur Bologna-Elite und unterstreicht die Qualitätsführerschaft in Österreich.

Neben sieben Bachelorstudiengängen werden an der Fachhochschule des bfi Wien auch sechs Masterstudiengänge angeboten.

Das Motto "Wir bilden Europas Spitze!" ist Programm: Die FH des bfi Wien setzt auf größten Europabezug in allen Studiengängen und auf eine starke Verbindung zwischen Praxisbezug und wissenschaftlicher Orientierung.

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Fachhochschule des bfi Wien
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Fachbereichsleiter Finanzwirtschaft
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