• 28.09.2012, 12:08:06
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Leitl zu WIFO/IHS-Prognosen: Rasch und überlegt Wachstumsimpulse setzen!

Arbeitsplätze und Budgetkonsolidierung nicht gefährden - Investitionszuwachsprämie Neu und Ausbau der thermischen Sanierung diskutieren

Utl.: Arbeitsplätze und Budgetkonsolidierung nicht gefährden -
Investitionszuwachsprämie Neu und Ausbau der thermischen
Sanierung diskutieren=

Wien (OTS/PWK665) - Vor dem Hintergrund einer sich abzeichnenden
Stagnation der heimischen Wirtschaft und den heute, Freitag,
veröffentlichen aktuellen Wachstumszahlen, betont der Präsident der
Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, dass es nun gelte
"rasch und überlegt Wachstumsimpulse" zu setzen. "Wir müssen nun alle
Hebel in Bewegung setzen, damit die nun immer stärker spürbare Krise
im Euroraum keine nachhaltig negativen Folgen für den heimischen
Wirtschaftsstandort hat. Sollte Österreich tatsächlich in eine
Rezession abgleiten, gefährdet dies nicht nur Arbeitsplätze sondern
auch die nötige Budgetkonsolidierung", so der WKÖ-Präsident. 2012
rechnet das WIFO mit einem realen BIP-Wachstum von 0,6 Prozent, das
IHS mit 0,8 Prozent. 2013 gehen die beiden Institute von 1,0 (WIFO)
und 1,3 Prozent (IHS) Wachstum aus.

Man müsse sich nun "gemeinsam an einen Tisch setzen", Regierung
wie Sozialpartner, und gezielt Prioritäten setzen, um Arbeitsplätze
und den Standort Österreich in dieser schwierigen Situation
abzusichern. Aus Sicht der Wirtschaft zählt hierzu die rasche
Einführung einer Investitionszuwachsprämie. Eine zehnprozentige
Prämie bei einer Prämienhöchstgrenze von 100.000 Euro würde bei
Kosten von ca. 80 Millionen Euro rund 7000 zusätzliche Arbeitsplätze
bedeuten. Weiters soll die thermische Sanierung ausgebaut werden, was
etwa durch eine neuerliche Zweckbindung der Wohnbauförderung
realisiert werden könnte. Um vor allem KMU den Zugang zu günstigen
Finanzierungen zu erleichtern, sollte es eine zwischen der EU und der
nationalen Ebene akkordierte Garantieaktion geben. "Unsere
Unternehmen sind vom Standort Österreich überzeugt. Trotz der sehr
moderaten Konjunkturaussichten bauen die Betriebe die Beschäftigung
aus. Hier müssen wir ansetzen", so Leitl. Laut WIFO-Prognose soll
2012 die Zahl der unselbständig Beschäftigten um 1,5 Prozent, 2013
noch immer um 0,5 Prozent steigen.

Aufmerksam beobachtet Leitl aber nicht nur die aktuellen
Wachstumsprognosen sondern auch die sich abzeichnende Entwicklung der
Exporte sowie die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Das WIFO
spricht von einer deutlich schwächeren Exportentwicklung als noch in
der Juni-Prognose. So sollen die Warenexporte nur mehr um 0.8 Prozent
im Jahr 2012 und um 4,3% im Jahr 2013 steigen. Auch die
Investitionen werden zurückhaltend eingeschätzt. Die
Bruttoanlageinvestitionen steigen im Jahr 2012 laut WIFO Prognose
real um 1,1 Prozent und 2013 um 1,5 Prozent.

Die Institute betonen, dass diese gedämpften Aussichten vor allem
auf eine spürbare Verschlechterung des internationalen Umfeldes
zurückzuführen sind. Der Grund für diese liegt zum einen in der
weiterhin bestehende Vertrauens- und Schuldenkrise im Euroraum und
zum anderen in den gesamtwirtschaftlichen Fehlentwicklungen in vielen
Volkswirtschaften. Auch wenn die zuletzt gesetzten Interventionen für
eine gewisse Beruhigung gesorgt haben, sei der Ausblick in der
Eurozone leicht negativ. Denn die BIP-Prognose für Eurozone betrage
für 2012 minus 0,4 Prozent und für das kommende Jahr 0,4 Prozent.
"Österreich wird über den Prognosezeitraum ein höheres Wachstum als
der Durchschnitt der Eurozone unter Beweis stellen. Deshalb muss
Österreich seine Hausaufgaben weiterhin konsequent erledigen und
gleichzeitig die Strukturreformen - wie in anderen
EU-Mitgliedsländern auch - vorantreiben", so Leitl abschließend. (us)

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