Leitl zu WIFO/IHS-Prognosen: Rasch und überlegt Wachstumsimpulse setzen!

Arbeitsplätze und Budgetkonsolidierung nicht gefährden - Investitionszuwachsprämie Neu und Ausbau der thermischen Sanierung diskutieren

Wien (OTS/PWK665) - Vor dem Hintergrund einer sich abzeichnenden Stagnation der heimischen Wirtschaft und den heute, Freitag, veröffentlichen aktuellen Wachstumszahlen, betont der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, dass es nun gelte "rasch und überlegt Wachstumsimpulse" zu setzen. "Wir müssen nun alle Hebel in Bewegung setzen, damit die nun immer stärker spürbare Krise im Euroraum keine nachhaltig negativen Folgen für den heimischen Wirtschaftsstandort hat. Sollte Österreich tatsächlich in eine Rezession abgleiten, gefährdet dies nicht nur Arbeitsplätze sondern auch die nötige Budgetkonsolidierung", so der WKÖ-Präsident. 2012 rechnet das WIFO mit einem realen BIP-Wachstum von 0,6 Prozent, das IHS mit 0,8 Prozent. 2013 gehen die beiden Institute von 1,0 (WIFO) und 1,3 Prozent (IHS) Wachstum aus.

Man müsse sich nun "gemeinsam an einen Tisch setzen", Regierung wie Sozialpartner, und gezielt Prioritäten setzen, um Arbeitsplätze und den Standort Österreich in dieser schwierigen Situation abzusichern. Aus Sicht der Wirtschaft zählt hierzu die rasche Einführung einer Investitionszuwachsprämie. Eine zehnprozentige Prämie bei einer Prämienhöchstgrenze von 100.000 Euro würde bei Kosten von ca. 80 Millionen Euro rund 7000 zusätzliche Arbeitsplätze bedeuten. Weiters soll die thermische Sanierung ausgebaut werden, was etwa durch eine neuerliche Zweckbindung der Wohnbauförderung realisiert werden könnte. Um vor allem KMU den Zugang zu günstigen Finanzierungen zu erleichtern, sollte es eine zwischen der EU und der nationalen Ebene akkordierte Garantieaktion geben. "Unsere Unternehmen sind vom Standort Österreich überzeugt. Trotz der sehr moderaten Konjunkturaussichten bauen die Betriebe die Beschäftigung aus. Hier müssen wir ansetzen", so Leitl. Laut WIFO-Prognose soll 2012 die Zahl der unselbständig Beschäftigten um 1,5 Prozent, 2013 noch immer um 0,5 Prozent steigen.

Aufmerksam beobachtet Leitl aber nicht nur die aktuellen Wachstumsprognosen sondern auch die sich abzeichnende Entwicklung der Exporte sowie die Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Das WIFO spricht von einer deutlich schwächeren Exportentwicklung als noch in der Juni-Prognose. So sollen die Warenexporte nur mehr um 0.8 Prozent im Jahr 2012 und um 4,3% im Jahr 2013 steigen. Auch die Investitionen werden zurückhaltend eingeschätzt. Die Bruttoanlageinvestitionen steigen im Jahr 2012 laut WIFO Prognose real um 1,1 Prozent und 2013 um 1,5 Prozent.

Die Institute betonen, dass diese gedämpften Aussichten vor allem auf eine spürbare Verschlechterung des internationalen Umfeldes zurückzuführen sind. Der Grund für diese liegt zum einen in der weiterhin bestehende Vertrauens- und Schuldenkrise im Euroraum und zum anderen in den gesamtwirtschaftlichen Fehlentwicklungen in vielen Volkswirtschaften. Auch wenn die zuletzt gesetzten Interventionen für eine gewisse Beruhigung gesorgt haben, sei der Ausblick in der Eurozone leicht negativ. Denn die BIP-Prognose für Eurozone betrage für 2012 minus 0,4 Prozent und für das kommende Jahr 0,4 Prozent. "Österreich wird über den Prognosezeitraum ein höheres Wachstum als der Durchschnitt der Eurozone unter Beweis stellen. Deshalb muss Österreich seine Hausaufgaben weiterhin konsequent erledigen und gleichzeitig die Strukturreformen - wie in anderen EU-Mitgliedsländern auch - vorantreiben", so Leitl abschließend. (us)

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