Städtebund: UN-World Habitat Day am 1. Oktober - immer mehr Menschen ziehen in Städte

Wien (OTS) - Der Zuzug in die Städte ist weltweit zu beobachten:
Schon mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung lebt in urbanen Räumen, es gibt bereits über 400 Millionenstädte. In Europa ist die Urbanisierung noch weiter fortgeschritten - hier leben mehr als 70 Prozent der Bevölkerung in Städten - in Österreich haben 55 Prozent der BewohnerInnen ihren Wohnsitz in einer der 73 Städte mit mehr als 10.000 EinwohnerInnen. Der Zuzug hält aber stark an.

Um auf diese Entwicklung aufmerksam zu machen und den Lebensstandard in Städten weltweit auszubauen, wurde von den Vereinten Nationen der jeweils erste Montag im Oktober zum "Tag der Städte", dem "World Habitat Day" erklärt.
Am 1. Oktober 2012 steht der World Habitat Day unter dem Titel "Changing Cities - Building Opportunities". Am World Habitat Day finden weltweit Veranstaltungen statt, um über den Zustand der städtischen Entwicklung zu informieren und über die Zukunft der Städte zu diskutieren.

"Städte sind Laboratorien des Fortschritts und der sozialen Veränderung, sie spiegeln auf kleinstem Raum gesellschaftliche Entwicklungen ab und sind gleichzeitig Vorreiter bei Lösungen dieser Probleme", betonte heute, Freitag, der Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes, Thomas Weninger.

Neben den funktional zusammenhängenden Stadtregionen auf nationalem Niveau, arbeiten und wachsen die europäischen Städte immer mehr auch über die Staatsgrenzen hinweg zusammen, agieren und präsentieren sich international als wirtschaftlich starke, prosperierende Metropolen und leisten so einen wesentlich Beitrag zum Wachstum und Ansehen der Europäischen Union insgesamt.
In Anbetracht dieser städtischen Leistungen mag es teilweise verwundern, dass es derzeit auf EU-Ebene noch keinen Politikbereich gibt, der allein dem Thema Stadtentwicklung gewidmet ist.

Weltweite Urbanisierung

Weltweit leben inzwischen mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Das starke Wachstum der Städte kennzeichnet eine kontinuierliche Entwicklung, die sich auch in Zukunft fortsetzen wird: Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen rechnet mit insgesamt 5 Milliarden Städtern im Jahr 2030, was einem Anteil von 60 Prozent der Weltbevölkerung entsprechen wird. Im Jahr 2050 sollen schließlich sogar 70 Prozent der Weltbevölkerung in den Städten und Megacities rund um den Globus leben. Ein überproportional starkes städtisches Wachstum ist dabei in den Emerging Markets - wie China und Indien, aber auch Rumänien, Bulgarien - festzustellen und stellt dort die Städte vor ähnliche Herausforderungen, wie sie Europa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu bewältigen hatte.
Auch innerhalb der EU lebt bereits die Mehrheit der Menschen in urbanen Räumen. Aktuell sind es rund 70 Prozent, wobei von einem weiteren Anstieg auf 80 Prozent bis 2050 ausgegangen wird.

Zuzug in Städte auch in Österreich stark

In Österreich hatten im Jahr 2011 bereits 55 Prozent der Bevölkerung ihren Wohnsitz in einer der 73 Städte mit mehr als 10.000 EinwohnerInnen. Innerhalb nur eines Jahres sind diese um insgesamt 25.700 EinwohnerInnen gewachsen, was der Größe der Stadt Klosterneuburg entspricht, und der Trend zum Zuzug in die Stadtgebiete hält auch hier weiter an. Für Wien musste die Wachstumsprognose sogar verdoppelt werden. Dieser Prozess der Verstädterung (Urbanisierung bzw. Re-Urbanisierung) hat u.a. durch den PendlerInnenverkehr zu starken Verkehrsproblemen geführt, was neben der hohen Flächeninanspruchnahme (Straßen, Parkplätze), den Staukosten und der Lärmentstehung vor allem zu Umwelt- und Luftverschmutzung beiträgt. Für die Stadtentwicklung ergibt sich neben neuen Herausforderungen für eine geordnete und ressourceneffiziente Verkehrs- und Siedlungsentwicklung in Ballungszentren vor allem eine große Chance, zukunftsorientierte, nachhaltige Lösungsansätze zu fördern und umzusetzen.

Smart Cities als Zukunftskonzept

Mittels des Smart-City-Konzepts können diese Ansätze und Maßnahmen gebündelt und in ihrer Gesamtheit bewertet werden. Die Smart-City-Initiativen ("SMART" = "sustainable, mobile, resilient, attractive and tolerant") beruhen auf dem Ansatz, verschiedene Aspekte der Planung auf ein gemeinsames Ziel hin zu harmonisieren, um die knappen Ressourcen nachhaltig zu nutzen - eine Aufgabe, die in den dichter besiedelten städtischen Räumen besonders wirkungsvoll ist. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Implementierung netz- und infrastrukturbestimmter Dienstleistungen (Wasser, Abwasser, Kanal, Energieversorgung und Telekommunikation) sowie personeller Dienstleistungen (Bildung, Pflege, Kinderbetreuung), wodurch neue Steuerungsprozesse initiiert werden können und man so zu einer ressourcenschonenden und effizienten Nutzung der Ver- und Entsorgungssysteme oder der Verkehrssysteme gelangt.

Die österreichischen Städte orientieren sich bereits an diesen Grundsätzen, einige können sogar auf erste Erfolge, wie Energie- und Kosteneinsparungen bzw. vollständige, "smarte" Entwicklungskonzepte verweisen. Im Jahr 2011 erhielten neunzehn österreichische Städte als Ergebnis einer erfolgreichen Teilnahme an der ersten Ausschreibung des Klimafonds zum Thema "Smart Energy Demo - FIT for SET" eine Förderungsgenehmigung.
"Die österreichischen Städte und Stadtregionen haben ihren Weg in eine "smarte" Zukunft bereits angetreten und werden auch weiterhin ihre Potenziale und Kompetenzen dafür einsetzen, eine ressourceneffiziente, umweltverträgliche und sozial gerechte Entwicklung für Städte, Stadtregionen und den mit diesen in Beziehung stehenden ländlichen Raum zu sichern", so Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger abschließend.

Mehr Informationen zum UN-World Habitat Day unter:
http://www.unhabitat.org/categories.asp?catid=9
Zum Österreichischen Städtebund: www.staedtebund.gv.at

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