Spitzenplatz für österreichisches Gesundheitswesen

Internationale Gesundheitsstudie: Österreicher wählen ihr Gesundheitssystem auf den ersten Platz.

Wien (OTS) - "Es freut mich dass das österreichische Gesundheitssystem zum dritten Mal in Folge den Spitzenplatz in Europa eingenommen hat. Die Studie zeigt aber auch, vor welchen Herausforderungen Politik und Gesellschaft zukünftig stehen. Dies betrifft vor allem die Finanzierung und Organisation des Pflegebereichs", so Jean-Francois Diet, CEO von Europ Assistance. Mit dieser Studie will der zur Generali Gruppe gehörende Notfall-Dienstleister Europ Assistance die Einstellung zur Gesundheitsversorgung erfassen und aktuelle Trends identifizieren. An der Telefonbefragung durch die französische Gesellschaft "Cercle Santé Société" nahm in den Monaten Mai bis Juni 2012 ein repräsentativer Querschnitt von 5.500 Bürgern in Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Schweden, Polen, Spanien, der Tschechischen Republik, den USA und Österreich teil.

ÖSTERREICHER LOBEN GESUNDHEITSSYSTEM
Auf einer Skala von eins bis zehn vergaben die Österreicher durchschnittlich 6,5 Punkte für das heimische Gesundheitssystem. Damit verbessert Österreich sogar sein Vorjahresergebnis (2011: 6,2) und liegt wieder mit Abstand auf Platz 1, gefolgt von Deutschland (5,5) und Großbritannien (5,3). Zufrieden sind die Österreicher nicht nur mit dem Gesundheitssystem, sondern auch mit der beruflichen und fachlichen Kompetenz seiner Ärzte. Auch hier zeigt sich ein deutlicher Anstieg zum letzten Jahr (2011: 6,2) auf ebenfalls 6,5 Punkte. Nur die Amerikaner (7,1) sind von dem Können ihrer Ärzte überzeugter. Befragt nach einem fairen und gleichen Zugang zum Gesundheitssystem glaubt nur die Hälfte, dass ein solcher gegeben sei. In Polen glauben das sogar nur 25%. Befragt, wie höhere Gesundheitskosten in Zukunft bezahlt werden sollen, geben 36% der Österreicher an, dass eine private Gesundheitsversicherung die richtige Lösung sei. 27% der Interviewten wollen, dass diese über höhere Steuern oder Beiträge finanziert werden, und 24% wollen lieber mehr für jede einzelne Leistung bezahlen.

KRISE HÄLT EINZUG
Der Trend, einen geplanten Arzt- oder Spitalstermin aus finanziellen Gründen zu verschieben, war in den letzten Jahren auf Grund der Wirtschaftskrise besonders stark und setzt sich auch in diesem Jahr fort. 10% der Österreicher, 30% der Deutschen und sogar 41% der Polen gaben an, in diesem Jahr krisenbedingt kostenpflichtige medizinische Leistungen aufgeschoben zu haben oder denken sogar ganz darauf zu verzichten. Dabei handelt es sich vor allem um zahnmedizinische Behandlungen, Sehbehelfe und Medikamente.

PFLEGE: ÖSTERREICH TOP
Fragt man nach einer Bewertung der Organisation und Qualität des Pflegemanagements, nimmt auch hier Österreich einen Spitzenplatz ein (5,5 von 10 Punkten). An zweiter Stelle liegen Deutschland und Spanien (5,0). Die Polen sind nicht nur mit dem Gesundheitssystem extrem unzufrieden, auch dem Pflegebereich vergeben sie nur 2,9 Punkte und bilden damit europäisches Schlusslicht. Drei Viertel der Österreicher sind aber der Meinung, dass der Staat noch Maßnahmen zur Verbesserung treffen muss und eine Ausweitung der Arbeitsstellen im Pflegebereich notwendig ist. Länderspezifisch ergeben sich große Unterschiede, wenn man abfragt, welche Organisationsstruktur die beste Unterstützung, Pflege und Fürsorge bietet. Die Spanier und Schweden finden, dass staatliche Einrichtungen die beste Versorgung anbieten, die Österreicher, Tschechen und Deutschen glauben, dass dies vor allem Vereine und Non-Profit-Organisationen leisten. Wenig Vertrauen haben alle Befragten in privat geführte Einrichtungen. Den Österreichern ist dabei durchaus bewusst, zukünftig einen höheren Beitrag für Pflegedienstleistungen zu zahlen.

WENIGER VORSORGEUNTERSUCHUNGEN
Die Nutzung von Vorsorgeuntersuchungen ist in allen befragten Ländern hoch, stagniert aber in Deutschland und Österreich. Gaben 2010 noch 83% der Österreicher an, in den letzten fünf Jahren bei einer Vorsorgeuntersuchung gewesen zu sein, sind es in diesem Jahr nur mehr 69%.

NEUE ENTWICKLUNGEN UND MEDIEN
Die Schweden (77%) sind traditionell mit der Suche nach gesundheitsbezogenen Informationen im Internet am besten vertraut, gefolgt von den Vereinigten Staaten (75%). Frankreich (49%) und Spanien (43%) sind jene Länder, in denen das Internet am wenigsten für eine Konsultation verwendet wird. Österreich liegt mit 58% im Mittelfeld. Dennoch ist die Nutzung des Internets seit 2006 für gesundheitsbezogene Informationen in allen Ländern gestiegen. Ebenso ist die Mehrheit der Befragten für die Entwicklung medizinischer Überwachungssysteme für die private Anwendung. Der Einsatz neuer Technologien stößt aber schnell an die Grenzen, wenn man direkt nach einer möglichen medizinischen Konsultation mit dem Hausarzt über das Internet bzw. mittels Webcam fragt. Nur 13% der Österreicher würden dies möglicherweise tun, aber 72% würden dies definitiv ausschließen. Sehr interessiert zeigen sich dafür die Österreicher an einem Gentest, um gezielt nach erhöhten Risiken zu suchen. Würden dies hierzulande 65% in Anspruch nehmen, sind es in Frankreich 30% und in Polen nur 26% der Befragten.

AMERIKANER BEURTEILEN IHRE LEBENSQUALITÄT POSITIVER ALS EUROPÄER In diesem Jahr wurden zum ersten Mal Wahrnehmungen und Veränderungen des Wohlbefindens abgefragt. Die Amerikaner gaben an, dass ihre aktuelle Lebensqualität exzellent sei (7,1 Punkte auf einer Skala von 1 bis 10), verglichen mit einem europäischen Durchschnittsergebnis von nur 5,2 ist dies ein beachtliches Ergebnis. In Europa waren die Schweden (7,1), die Österreicher (6,6) und die Engländer (6,2) am meisten mit ihrer Lebensqualität zufrieden.
Im Gegensatz dazu waren die Italiener (4,3) am wenigsten zufrieden. Die Franzosen liegen mit ihrem Ergebnis (5,0) leicht unter dem europäischen Durchschnitt.
Auch bezüglich Meinungen der Lebensqualität zukünftiger Generationen schwanken die Länder in ihren Ergebnissen. Die Polen waren am optimistischsten, denn 44% waren der Ansicht, dass ihre Kinder eine höhere Lebensqualität als sie haben werden, aber nur 14% der Österreicher glauben dies. Umgekehrt glauben 26% der Österreicher, dass die zukünftige Generation es schlechter haben wird; dieser Meinung sind auch 11% der Schweden. Krisenbedingt erklärbar glauben 50% der Italiener und 45% der Spanier, dass es ihre Kinder wohl noch schlechter haben werden.

Die vollständige Studie kann kostenfrei bezogen werden unter:
https://www.europ-assistance.at/B2B/Presse/Gesundheitsbarometer.php

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