Umweltdachverband: Tickende Zeitbomben auf unseren Straßen!

- Straßen großflächig mit chromhältiger Schlacke belastet - Öffentlicher Hand drohen Folgekosten in Millionenhöhe

Wien (OTS) - UWD an bmvit und Lebensministerium: giftige Schlacken im Straßenbau verbieten und Baustoff-Recyclingverordnung überarbeiten

Wien, 28.09.12 (UWD) "Schwerverkehr auf den Straßen und Schwermetall im Asphalt - so macht man Straßen und Autobahnen zu landesweiten Mülldeponien. Vor allem auf Grund der mit Schwermetallen belasteten Schlacke, die im Straßenbau großflächig Verwendung findet, sind negative Einwirkungen auf öffentliche Schutzgutinteressen nicht auszuschließen, wie auch internationale Erfahrungen zeigen. Es besteht die Gefahr, dass Umwelt und Gesundheit massiv beeinträchtigt werden, da das krebserregende Chrom VI ins Grundwasser gelangen und Hausbrunnen etc. verseuchen kann. Abgesehen von dieser großflächigen Belastung unseres Landes drohen auch der öffentlichen Hand Millionenschäden", sagt Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes.

800.000 Tonnen gesundheitsgefährdende Schlacke

"Die gesteinsartige LD-Schlacke fällt aus der Produktion von Rohstahl an - im Produktionsjahr 2010 in Summe 800.000 Tonnen. Neben Molybdän und Vanadium weist LD-Schlacke auch eine hohe Chrom-Konzentration auf, die nachteilige Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben kann. Bei der Einbringung von Schlacken in die Natur ist außerdem der hohe pH-Wert, der sich nachteilig auf Löseprozesse verschiedener Schwermetalle, wie z.B. Zink und Blei, auswirken kann zu beachten", erklärt Wolfgang Stanek, Geschäftsführer und Prüfstellenleiter water&waste GmbH.

Voestalpine: doppelter Gewinn durch mehr als fragwürdige Praxis

"De facto müsste die Voestalpine für die ordnungsgemäße Entsorgung dieser Schlacken zusätzlich zu den Deponiekosten mehr als 7 Mio. Euro ALSAG-Beitrag leisten. Durch die Verwendung der giftigen Schlacken für den Straßenbau erspart sich der Konzern diese Beiträge. Denn erst vor eineinhalb Jahren wurden mit der Änderung des Altlastensanierungsgesetzes die Produzenten der Schlacken von der Beitragspflicht zur Altlastensanierung befreit", betont UWD-Geschäftsführer Michael Proschek-Hauptmann.

Verkehrs- und Lebensministerium müssen jetzt rasch handeln

Die Verwendung der Schlacke ist nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch eine tickende Zeitbombe: "Die Auftraggeber im Straßenbau müssen damit rechnen, dass im Zuge von Fräsarbeiten zur Beseitigung von Spurrillen oder bei Umbauarbeiten die Ausbaumaterialien die zulässigen Chromwerte überschreiten. Auf die Asfinag und die Landesbaudirektionen warten Deponiekosten und ALSAG-Beiträge in Millionenhöhe. Dass die Asfinag die Verwendung inzwischen gestoppt hat, ist ein kluger Entschluss. Wir fordern das Bundesministerium für Verkehr, Technologie und Innovation (bmvit) sowie die Landeshauptleute und Gemeindeverwaltungen auf, die Verwendung von giftigen Schlacken für den Straßenbau zu verbieten. Das Lebensministerium hat es in der Hand, mit der neuen Verordnung über Baustoff-Recycling die schädlichen Schadstoffe aus dem Verkehr zu ziehen und hier die geltenden Grenzwerte für Baurestmassen (500mg/kg TS) auch für schlackenhaltige Materialien entsprechend anzulegen. Erste Gespräche wurden bereits konstruktiv geführt", so Heilingbrunner abschließend.

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