WKÖ-Klacska: "Blockade der Wirtschaftsverkehre auf der A12 Inntalautobahn ist unverhältnismäßig"

Anteil der Lkw auf Autobahnen sinkt - moderne Fahrzeuge mit 97,5 Prozent weniger Schadstoff- und Rußausstoß

Wien (OTS/PWK660) - Die Blockade der Wirtschaftsverkehre auf der
A12 Inntalautobahn ist aus Sicht der Wirtschaft nicht nur unverhältnismäßig, sondern verfehlt auch ihr Ziel. "Die Blockademaßnahmen der Bürgerversammlungen auf der A12 zwingen die Wirtschaftsverkehre heute zu mehrstündigen Standzeiten. Dem motorisierten Individualverkehr soll jedoch die Weiterfahrt gestattet werden. Dies ist ein falsches Signal, das jeder Logik entbehrt und außerdem eine seriöse Gesamtbetrachtung der Luftreinhalte-Thematik behindert", stellt Alexander Klacska, Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), klar.

Wolle man ökologische Aspekte thematisieren, so müsse man bei den Fakten bleiben, betont Klacska und verweist auf aktuelle Zahlen: "Der Anteil der Lastkraftwagen auf den Autobahnen sinkt. Steigend sind hingegen die Fahrten mit dem Pkw. So erhöhte sich der Anteil der Pkw, die den Brenner passieren, von 78,6 Prozent im Jahr 2008 auf 81,7 Prozent im ersten Halbjahr 2012, zwischenzeitlich erreichte der Anteil sogar mehr als 82 Prozent. Die Blockaden wie die heutige treffen nicht nur die Falschen, sondern sorgt bei den Betrieben der Transportwirtschaft, die den Produktionsstandort Österreich sichern, auch noch für Zeitverlust und damit Kosten".

Abgasstandards auf höchstem Niveau
Die heimische Transportwirtschaft trägt ökologischen Aspekten schon seit Jahren Rechnung: Viele Unternehmen der Verkehrsbranche sind innovativ und beschäftigen sich mit alternativen Antrieben und Treibstoffen für schwere Nutzfahrzeuge, die bereits serienreif sind, wie etwa die Erdgastechnologie (EURO 6-Standard) oder die Verwendung von verflüssigtem Erdgas. Im Straßengüterverkehr ist die Umrüstung auf neue Nutzfahrzeuge voll im Gange. Praktisch 100 Prozent aller in Österreich heuer zugelassenen Schweren Lkw und Sattelzugfahrzeuge erfüllen mit der EEV-Abgasnorm (Enhanced Environmentally Friendly Vehicle) freiwillig einen strengeren Abgasstandard als die EU derzeit gesetzlich als Mindesttechnologie vorschreibt. EEV-Fahrzeuge haben einen um ein Drittel niedrigen Feinstaubausstoß als die geltende EURO 5-Norm.

Förderung für Umrüstung auf EURO 6-Fahrzeuge
Überdies sind in knapp 14 Monaten europaweit EURO 6-Fahrzeuge verpflichtend vorgesehenen. Diese verringern den Ausstoß von Stickoxiden um weitere 80 Prozent und den Ausstoß von Ruß um weitere zwei Drittel. "Für die Unternehmen ist es mit hohen Kosten verbunden, ihre Fahrzeuge auf dem höchsten technischen Niveau zu halten. Die Mehrkosten für EURO 6-Fahrzeuge betragen rund 15 Prozent gegenüber einem EURO 5-Fahrzeug und können über die Lebensdauer der Fahrzeuge nicht verdient werden. Es braucht daher wie in Deutschland finanzielle Anreize zur Fuhrparkerneuerung, beispielsweise eine bundesweite Förderungsaktion", fordert Klacska. (PM)

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