Neues Volksblatt: "Teamgeist?" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 27. September 2012

Linz (OTS) - Es ist eigentlich ein Etikettenschwindel, vom "Team Stronach" zu sprechen, denn Frank duldet neben sich niemanden. In der Satzung ist schon festgeschrieben, dass die Partei "nach außen vom Obmann alleine vertreten" wird. Aber vermutlich dient das Teamgerede dazu, um den Pluralis Majestatis verwenden zu können, denn "wir sind eine Bewegung", sagte der 80-Jährige gestern bei der Präsentation seiner Partei. Der Ort passte schon mal: Schloss Schönbrunn. Und auch die Ansage, dass "dieser Tag in die Geschichte der Welt eingehen wird", zeigt, dass sich Frank Stronach viel vorgenommen hat. Nur was? Das genau zu sagen blieb uns der Milliardär aus Übersee schuldig. Aber bis April will er gemeinsam mit "unpolitischen Weisen" ein Programm erarbeiten. Als Ziel postuliert er "weniger Politik, dafür mehr Wahrheit, Transparenz und Fairness". Sein Credo: "Die Wirtschaft, die Wirtschaft, die Wirtschaft." Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier keine Partei, sondern ein Unternehmen gegründet wurde, oder aber vielleicht eine Religion, denn "wir brauchen einen neuen Spirit", verkündete der 80-Jährige. Ein Teamgeist ist es wohl nicht, denn:
"Ich bin die Person, die die Werte vorgibt."
In genau einem Jahr muss spätestens gewählt werden, dann sollte Stronach uns Wählern gesagt haben, was er in der Politik zu tun gedenkt. Und hoffentlich wird er dann mehr Steuern in Österreich als in Kanada zahlen.

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