Wirtschaftsverband NÖ: Selbstständige dürfen nicht länger für Krankheit bestraft werden

Günter Ernst: "Selbstbehalt für UnternehmerInnen ist eine der größten Ungerechtigkeiten im Sozialsystem"

St. Pölten (OTS) - "Es ist höchst an der Zeit, dass für UnternehmerInnen der Selbstbehalt beim Arztbesuch abgeschafft, die Mindestbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung gesenkt und ein Krankengeld eingeführt wird", verlangt der Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Niederösterreich (SWV NÖ), KommR Günter Ernst.
"Die soziale Absicherung muss für die Selbstständigen verbessert und kostengünstiger werden, weil es erstens notwendig und zweitens auch finanzierbar ist."

"Während die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft hohe Rücklagen aufweist, haben viele ihrer Versicherten größte Probleme, die von ihr vorgeschriebenen Beiträge zu zahlen oder anfallende Arztkosten zu begleichen. Allein in Niederösterreich erhielten zuletzt pro Quartal durchschnittlich 17 Prozent der Versicherten eine Mahnung der SVA. Bei acht Prozent der Gewerbetreibenden führten die Vorschreibungen sogar zu Exekutionen."

"Doch statt die UnternehmerInnen rasch zu entlasten und den Selbstbehalt endlich zu streichen, lassen die derzeitigen Verantwortlichen der SVA die Gewerbetreibenden befragen, ob sie lieber einen Selbstbehalt oder höhere Beiträge leisten wollen. Genausogut könnte man die Versicherten fragen, ob sie die Vorschreibungen lieber aus der linken oder der rechten Hosentasche zahlen wollen."

"Es ist eine der größten Ungerechtigkeiten in unserem Sozialsystem, dass UnternehmerInnen im Gegensatz zu ASVG-Versicherten einen Selbstbehalt beim Arztbesuch leisten und auch noch höhere Behandlungskosten zahlen müssen. Diese Mehrbelastung wird den Selbstständigen zugemutet, obwohl sie die gleichen Beiträge wie ASVG-Versicherte in die Krankenversicherung einbringen und im Durchschnitt auch noch seltener krank sind."

Der Zugang zu ärztlichen Behandlungen muss den Selbstständigen erleichtert werden. Keinesfalls darf er ihnen erschwert werden, wie es durch den Selbstbehalt oft passiert. "Mir fehlt jedes Verständnis für jene, die meinen, mit dem Selbstbehalt die UnternehmerInnen dazu erziehen zu müssen, nicht allzu oft zum Arzt zu gehen."

"Das Beitrags- und Leistungssystem in der Krankenversicherung ist zu Lasten der Selbstständigen aus der Spur geraten. Diese Fehlentwicklung muss vor allem im Sinne der Kleingewerbetreibenden schleunigst korrigiert werden", erklärt Landespräsident Günter Ernst.

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