"Am Schauplatz" am 28. September: Gebt mir mein Kind zurück

Wien (OTS) - Kindesabnahmen kennt man normalerweise in Fällen von Missbrauch oder Gewalt in der Familie. Wie so etwas auch in anderen Fällen passieren kann, erzählt Reporterin Julia Kovarik am Freitag, dem 28. September 2012, um 21.20 Uhr in ORF 2 in der "Am Schauplatz"-Reportage "Gebt mir mein Kind zurück". In Oberösterreich und Salzburg haben sich Betroffene vernetzt und wollen sich wehren. In vielen ihrer Geschichten spielt ein und derselbe umstrittene Gutachter eine wichtige Rolle. Gegen ihn ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft. Für die Eltern ist das ein schwacher Trost - denn wenn die Kinder einmal weg sind, dauert es Jahre, bis die Behörden sie wieder zurückgeben.

Die Geschichte klingt wie ein Alptraum - aber einer, aus dem es kein Erwachen gibt: Eine Salzburger Familie gerät vorübergehend in finanzielle Schwierigkeiten und kann die Miete nicht zahlen. Sie wird delogiert. Daraufhin nimmt das Jugendamt den fassungslosen Eltern Klara und Gerhard F. ihre beiden Kinder ab. Klara F.: "Nur weil ich Schulden hab', haben sie mir die Kinder genommen! Wenn's danach ginge, müssten sie halb Österreich die Kinder abnehmen." Das war Anfang 2009. Die Wohnungssorgen sind längst vorbei, Familie F. hat sich ein schönes Heim mit Blick ins Grüne geschaffen. Nur die Kinder, die sind bis heute im Heim. "Ich hab immer geträumt von einer Familie, ich hab' eine bekommen und der Staat hat sie mir genommen, er hat mein komplett Leben zerstört!", sagt Klara F.

Daniela Z. kämpft bereits seit vier Jahren um Lukas und Anna. Begonnen hat alles 2008, als ihr drittes Kind als Säugling am plötzlichen Kindstod starb. In dieser psychischen Extremsituation bat sie das Jugendamt um Hilfe, sie wollte, dass die traumatisierten Geschwister vorübergehend in einer Therapieeinrichtung untergebracht werden, damit sie den Tod der Schwester besser verkraften. Das Jugendamt entzog der Grafikerin daraufhin gleich das Sorgerecht für Tochter und Sohn und steckte beide in ein SOS-Kinderdorf. Seither darf die Mutter ihre Kinder nur einmal im Monat besuchen: "Man wird wach mit dem Gedanken, man hat noch zwei Kinder, sie sind nicht da, man geht am Abend ins Bett mit dem Gedanken." Der neunjährige Sohn ist völlig verzweifelt. Daniela Z.: "Ich kann nichts tun außer warten und hoffen, dass Lukas 18 ist, dass er heim darf und sich in der Zwischenzeit nichts antut, das ist das Einzige. Sitzen, warten, hoffen."

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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