FMMI: Gewerkschaft will nicht über Beschäftigungssicherungspaket reden

Knill: "Wir sind und bleiben direkter Verhandlungspartner der Gewerkschaft"

Wien (OTS) - Der Fachverband Maschinen- & Metallwaren Industrie (FMMI) zeigt Unverständnis über den Verlauf der heutigen KV-Verhandlungen. Die Gewerkschaftsseite war nicht bereit, umfassende KV-Verhandlungen zu führen, sondern beharrte darauf, ausschließlich über Lohn- und Gehaltserhöhungen zu sprechen. Über Rahmenbedingungen würde sie nur in der ehemaligen Verhandlungsgemeinschaft reden. Das kommt für den FMMI - wie seit Monaten bekannt - nicht in Frage.

FMMI-Obmann Christian Knill: "Ein Kollektivvertrag ist ein gemeinsames Regelwerk der Sozialpartner und behandelt neben Löhnen auch Rahmenbedingungen." Für den FMMI gehe es um folgende Fragen: Wie können unterschiedlichen Anforderungen der Betriebe berücksichtigt werden? Wie können Betriebe ältere Arbeitnehmer im Betrieb halten? Wie können Jugendliche für Berufe in der Maschinenindustrie gewonnen werden? Wie können Bedingungen für langfristige Planungen der Betriebe geschaffen und Arbeitsplätze langfristig gesichert werden? Die Arbeitgerberseite habe den Gewerkschaften ein Beschäftigungssicherungspaket mit für die Branche relevanten Themen vorgeschlagen, so Knill. "Darüber wollten sie nicht diskutieren und machten es uns damit unmöglich, ein entsprechendes Lohnangebot zu stellen."

Der FMMI verweist darauf, dass er laut Arbeitsverfassungsgesetz der zuständige KV-Partner für die Branche ist. Obmann Knill betont:
"Wir sind und bleiben der direkte Verhandlungspartner und bereiten uns auf den nächsten Termin am 5. Oktober vor." Dem FMMI gehe es um Beschäftigungssicherung und Planungssicherheit. Ein rascher Abschluss, vor allem angesichts der sich eintrübenden Rahmenbedingungen, sei im Interesse aller Beteiligten.

Das vorgeschlagene Beschäftigungssicherungspaket des FMMI besteht aus drei Elementen, die eng zusammenwirken: Eine Lohn- und Gehaltserhöhung, differenziert nach Personalintensität und dem Unternehmenserfolg der Betriebe; weiters eine Arbeitszeitregelungen mit klaren Gestaltungsspielräumen auf Betriebsebene sowie eine altersgerechte Arbeitszeitverteilung. Letzteres bedeutet unter anderem: Ältere Arbeitnehmer haben weniger Wochenstunden und bleiben dadurch länger im Erwerbsleben, Junge arbeiten etwas länger und verdienen damit mehr.

Knill abschließend: "Wir brauchen intelligente Lösungen, alte Rezepte funktionieren nicht mehr. Wir können nicht alles über einen Kamm scheren - auch nicht bei den prozentuellen Erhöhungen. Wir rufen die Gewerkschaften auf, zu ihren Zusagen zu stehen und mit uns konstruktive, eigenständige und direkte KV-Verhandlungen zu führen."

Der Fachverband MASCHINEN & METALLWAREN Industrie (FMMI) ist die gesamtösterreichische Vertretung aller Unternehmen aus den Industriezweigen Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau und Metallwaren. Die mittelständisch strukturierte Branche erwirtschaftete im Jahr 2011 einen Produktionswert von 36,5 Mrd. Euro und stellt mit rund 1.200 Unternehmen und etwa 120.000 Beschäftigten das Rückgrat der industriellen Beschäftigung in Österreich dar. Der Anteil der Branche am heimischen BIP liegt bei 6,5 Prozent.

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