PRO-GE: Leiharbeit ist keine Tagelöhnerei!

Gewerkschaft weist VZa-Kritik zurück: AÜG-Novelle bringt wichtige Verbesserungen für LeiharbeiterInnen

Wien (OTS/PRO-GE) - "Die neuen Regelungen bringen Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern mehr Schutz und mehr Rechte sowohl am Arbeitsplatz als auch zwischen Überlassungen", stellt Rainer Wimmer, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft PRO-GE, fest. Der Verband Zeitarbeit und Arbeitsvermittlung (VZa) hatte zuvor behauptet, dass die Novelle des Arbeitskräfteüberlassungsgesetzes (AÜG) den ArbeitnehmerInnen schaden statt nützen würde. Die Warnung des VZa vor einem Rückgang der Beschäftigungsverhältnisse um 50.000 ist für die PRO-GE nicht nachvollziehbar. "Derartige Horrorzahlen zu verbreiten ist unseriös und hat keinerlei sachliche Basis", kritisiert Wimmer.

"VZa-Präsident Lercher sollte 'Arbeitskräfteüberlassung' eigentlich nicht mit 'Tagelöhner-Vermittlung' verwechseln", verteidigt Rainer Wimmer die neue Vorankündigungsfrist. Spätestens 14 Tage im Vorhinein müssen überlassene Arbeitskräfte künftig über das Ende eines Einsatzes informiert werden. Für die Gewerkschaft PRO-GE eine Frage des Respekts: "Jeder Mensch hat das Recht, sich wenigstens zwei Wochen auf derart einschneidende Veränderungen einstellen zu können." Viele Überlasserfirmen würden in ihren Geschäftsbedingungen ähnliche Fristen für sich selbst sehr wohl in Anspruch nehmen: "Diese Planungssicherheit verdienen sich die Beschäftigten mindestens genauso wie die Leiharbeitsfirmen", sagt der PRO-GE-Chef.

Mit dem Sozial- und Weiterbildungsfonds soll ein Anreiz gegen 'hire and fire' und für die Weiterbeschäftigung während Stehzeiten geschaffen werden, stellt Wimmer zur VZa-Kritik am neuen Fonds fest. "Nötig ist diese Maßnahme vor allem wegen der weit verbreiteten Praxis der Arbeitskräfteüberlasser, sich mit Methoden am Rande der Legalität die Bezahlung von Stehzeiten zu ersparen." Aus dem Fonds wird nicht nur den LeiharbeiterInnen bei Arbeitslosigkeit eine einmalige, schnelle Unterstützung bezahlt. Auch Arbeitgeber werden gefördert, die das Arbeitsverhältnis aufrechterhalten. Gleichzeitig werden die Mittel für Weiterbildungsmaßnahmen massiv aufgestockt, weist die PRO-GE die VZa-Feststellung, die Verwendung der Fondsmittel sei nicht geklärt, zurück.

Völlig unverständlich ist der PRO-GE die Kritik des VZa-Präsidenten am Diskriminierungsschutz. Zeitarbeitskräfte sind besonders häufig sexistischen oder rassistischen Diskriminierungen ausgesetzt. Ihnen fällt es schwer sich dagegen zur Wehr zu setzen - zu einfach und schnell konnte bisher die Überlassung beendet werden. "Mit der Neuregelung kann endlich der Beschäftigerbetrieb uneingeschränkt zur Verantwortung gezogen, wenn er Diskriminierung zulässt", betont Rainer Wimmer. Damit sind auch Überlasserbetriebe besser vor allfälligen wirtschaftlichen und rechtlichen Folgen geschützt.

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