Kärnten hat nun höchsten Spielerschutz-Standard in Österreich

LH Dörfler und LHStv. Scheuch: Abdriften in Illegalität verhindert - Halbierung der Automatenzahl

Klagenfurt (OTS/LPD) - Der Bundesgesetzgeber hat das "kleine Glücksspiel", das in den 1990er Jahre in die Regelungskompetenz der Länder überantwortet wurde, mit der Glücksspielreform des Jahres 2010 einer umfassenden Neuregelung unterzogen. Durch das heute, Dienstag, in der Regierungssitzung beschlossenen Kärntner Spiel- und Glücksspielautomatengesetz (K-SGAG) wurde eine Basis für verantwortungsvolles Glücksspiel geschaffen. "Geordnete Rahmenbedingungen sind wichtig, damit das Glücksspiel besser kontrolliert werden kann und nicht in die Anonymität abdriftet", sagte Landeshauptmann Gerhard Dörfler beim Medienfoyer nach der Regierungssitzung.

In fast allen Bundesländern sei das "kleine Glücksspiel" zugelassen, berichtete Dörfler. Mit dem Gesetz solle bewirkt werden, dass es klare Spielregeln und geordnete Verhältnisse gibt. "Kontrolle und Rahmenbedingungen sind wichtig, ein generelles Verbot des kleinen Glücksspieles hingegen hätte ein Abdriften in die Illegalität mit sich gebracht", so der Landeshauptmann.

"Mit der heute beschlossenen landesgesetzlichen Grundlage haben wir dem umfassenden Jugend- und Spielerschutz Rechnung getragen, der weit über die Regelungen des Bundesgesetzgebers hinausgeht", berichtete Gewerbereferent LHStv. Kurt Scheuch. Es komme zu einer deutlichen Verringerung der Zahl der Glückspielautomaten. Mit maximal 465 Automaten sei die Aufstellung von nur mehr weniger als der Hälfte an Automaten möglich.

Spielerschutz und Suchtbekämpfung sei in der Illegalität nicht möglich und auch nicht vom Landesgesetzgeber gestaltbar. "Die nunmehr in Kärnten bevorstehende Gesetzeslage soll alle rechtlich zulässigen Schutzmaßnahmen für Jugendliche und Spieler umsetzen", so der Gewerbereferent. In Kärnten herrscht ein Alkoholverbot beim Spielen und eine Spielerkarte sowohl für Einzelgeräte als auch Automatensalons wird verpflichtend sein. Durch diese Einrichtung werden "Spielerpausen" erzwungen. Die vom Bundesgesetzgeber vorgesehene "Automatenpausen" hingegen ermöglicht es dem Spieler an anderen Automaten weiterzuspielen. Glücksspielautomaten dürfen auch nicht mehr, wie bisher, rund um die Uhr in Betrieb sein. "Von zehn Uhr vormittags (Aufsperrstunde) bis spätestens vier Uhr morgens (Sperrstunde) wird das Glücksspiel erlaubt sein", informierte Scheuch. Das neue Gesetz regelt auch ganz klar, dass keinem Spieler das Spielen durch die Stundung von Spieleinsätzen ermöglicht werden kann. "Kärnten hat damit den höchsten Spielerschutz-Standard Österreichs", betonte Scheuch.

Besonderes Augenmerk werde auch auf das Personal der Betreiber gelegt. In Zusammenarbeit mit Spielerschutzeinrichtungen in Spielsuchtproblematik, Spielsuchtdiagnostik, Spielsuchtprävention und Möglichkeit der Spielsuchttherapie müssten Mitarbeiter regelmäßig geschult werden. "Damit verwirklicht Kärnten essentielle Forderungen anerkannter Spielsuchtexperten. Der deutlich höhere Standard des Kärntner Gesetzes resultiert aus der Einrichtung einer Arbeitsgruppe aus Juristen und Spielsuchtexperten, die den Entstehungsprozess begleitet hat. Das trägt, zusammen mit der verpflichtenden elektronischen Anbindung, zu einer erleichterten, effektiveren Kontrolle bei", so Scheuch.
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