Scheuer: Wahre Katholizität sprengt nationale Grenzen

Innsbrucker Bischof zum "Sonntag der Völker" am 30. September: Zuwanderern soll gemäß biblischem Auftrag Gastrecht gewährt werden

Innsbruck-Wien, 25.09.12 (KAP) Wer "katholisch" ist, für den sind nationale und kulturelle Grenzen nachrangig: Daran hat der Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer anlässlich des bevorstehenden "Sonntags der Völker" (früher: "Ausländersonntag") erinnert.

50 Jahre nach dem Konzil, das im Herbst 1962 eröffnet worden war, führte Scheuer in seinem vorab veröffentlichten Bischofswort als Beleg die damalige Kirchenversammlung ins Treffen. Die "wahre Bewährungsprobe" von Katholizität stelle sich erst, "wenn Christen -aus verschiedenen Völkern kommend - die Grenzen der jeweiligen Nationalstaaten sprengen und in ein und derselben Gesellschaft zusammenleben und beten", heißt es in der Kirchenkonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils, "Lumen Gentium".

Scheuer rief dazu auf, "eine wahrhaft katholische, weltoffene und weltumspannende, Kirche zu bauen". Dies sei wichtiger als "sentimentale Volkstumspflege". Dazu brauche es freilich Inkulturationsbereitschaft der Migranten und Aufnahmebereitschaft der Gemeinden vor Ort. Gott werde auch in Tirol in vielen Sprachen gepriesen, wies der Bischof auf die Präsenz von Kroaten, Polen, Ukrainern, Nigerianern, Filipinos, Vietnamesen u.a. hin. Ihnen solle Heimat geboten werden gemäß dem biblischen Auftrag zu Gastfreundschaft und Asylrecht.

Migration ist nach dem Worten Scheuers ein "Phänomen, das die Menschen von Beginn an begleitet". Die Gründe dafür seien vielfältig - etwa Vertreibung, Kriege, ökologische Katastrophen, Arbeitslosigkeit, fehlende Bildung und Lebensperspektiven. Der Bischof verwies auch auf die UN-Menschenrechtserklärung, die jedem Menschen ausdrücklich das Recht einräume, "jedes Land, einschließlich seines eigenen, zu verlassen sowie in sein Land zurückzukehren" (Art. 13).

Es zeichne sich ab, dass Migration extrem zunehmen wird und ihre Auswirkungen eine große Herausforderung, aber auch Chance darstellen, so die Einschätzung Scheuers. Integration sei somit "ein gesellschaftlicher Dauerauftrag". Der Innsbrucker Bischof appellierte, "das viel zu häufige Nebeneinanderherleben immer wieder aufzubrechen und Zusammenarbeit anzustreben".

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