Wohnbaustadtrat Michael Ludwig: Start der Restaurierung der Rathausfassaden

Der 1. Bauabschnitt umfasst mit rund 4.000 m2 rund zwei Drittel der Westfassade am Friedrich-Schmidt-Platz, ein Drittel der Südfassade in der Lichtenfelsgasse sowie 13 Skulpturen

Wien (OTS) - Das Wiener Rathaus erhält in elf Bauabschnitten ein umfassendes "Face-Lifting". Bürgermeister Michael Häupl und Wohnbaustadtrat Michael Ludwig gaben heute, Dienstag, im Rahmen des Mediengesprächs des Bürgermeisters den plangemäßen Beginn der Sanierung der Rathausfassaden bekannt: "Die Arbeiten mit dem Ziel einer nachhaltigen und ökologischen Restaurierung starten unverzüglich - mit dem heutigen Tag."

Dem Beginn der Restaurierung gingen umfassende Voruntersuchungen voraus, die mehrere Testflächen sowie eine Musterfläche am Eckrisalit Lichtenfelsgasse/Friedrich-Schmidt-Platz beinhalteten. Damit wurde der großen Bedeutung des Rathauses, das sowohl zu den zentralen Bauten der Wiener Ringstraße als auch zu den herausragendsten Natursteinbauwerken Europas zählt, sorgfältig Rechnung getragen.

"Die erste Sanierungsphase umfasst drei Teilbereiche, die sich um die bereits restaurierte Musterfläche - inklusive des Mittelrisaliten an der Front Friedrich-Schmidt-Platz und bis zum Mittelrisaliten an der Seite Lichtenfelsgasse - gruppieren. In diesen Bereichen zählen Verschmutzungen, aber auch - bedingt durch Verwitterungsprozesse -Formenverluste und Fehlstehlen zu den Schadensbildern", erklärte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.
Hauptschadenszonen bilden sämtliche Gesimse sowie stark exponierte und plastisch bzw. bildhauerisch bearbeitete Bauteile, darunter auch 13 Skulpturen. Die aufwändig gearbeiteten, überlebensgroßen Skulpturen (ca. 2,80 m Höhe) stehen frei vor den Fassaden und zeigen ikonographische Darstellungen der Tugenden (u.a. "Treue", "Stärke", "Gerechtigkeit").

"Rund 20 ausgewiesene Expertinnen und Experten werden im 1. Bauabschnitt ihr Fachwissen und Können zum Einsatz bringen", erläuterte der Wiener Wohnbaustadtrat. So werden etwa BildhauerInnen für die Feinarbeit bei Skulpturen und Verzierungen, aber auch die Rekonstruktion von fehlenden Teilen zuständig sein.

"Nach den Vermessungen und der Anlieferung des Materials werden drei Gerüste nacheinander, beginnend mit dem Mittelrisaliten am Friedrich-Schmidt-Platz, aufgebaut. Insgesamt wird der Aufbau der Gerüste, die mit einer Verkleidung aus glatten Holzböden und mittels Alarmanlage mit direkter Verbindung zur Rathauswache gesichert werden, rund vier Wochen in Anspruch nehmen. Geplante Fertigstellung des 1. Bauabschnitts, dessen Kosten rund 2,7 Mio. Euro betragen, ist im Winter 2013", informierte Ludwig.

Während der gesamten Dauer der Sanierung sei ein weitestgehend unbeeinträchtigter Betrieb gewährleistet, wie der Wiener Wohnbaustadtrat betonte. "Das Wiener Rathaus hat, als Herzstück Wiens, für die Bevölkerung einen enormen Stellenwert. Als Anziehungspunkt, in dem jährlich zahlreiche attraktive Veranstaltungen stattfinden, stellt das Rathaus für viele Wienerinnen und Wiener einen beliebten Treffpunkt dar. Daher war es uns sehr wichtig, dem Wunsch der Bevölkerung Rechnung zu tragen, auch während der Sanierungsarbeiten die vielen Publikumsevents zu ermöglichen", so Ludwig abschließend. Restaurierung in elf Bauabschnitten

Die Restaurationsarbeiten werden in elf Bauabschnitten ausgeführt. Geplant ist, mit den einzelnen Bauabschnitten jeweils im Herbst zu beginnen und die Arbeiten vor dem Winter des darauf folgenden Jahres fertig zu stellen. Die endgültige Fertigstellung der Restaurierung der Rathausfassaden ist mit Ende 2023 vorgesehen.
Die Kosten der einzelnen Sanierungsabschnitte liegen - abhängig von Faktoren wie Größe der Fassadenfläche, Anzahl der Skulpturen und Schwere der Schadensbilder - zwischen rund 2,7 und 4,1 Mio. Euro. Die Gesamtkosten werden sich auf rund 35 Mio. Euro belaufen. Mit rund 4,7 Mio. Euro beteiligt sich der Wiener Altstadterhaltungsfonds an der Sanierung der Rathausfassaden.

Restauriert werden nicht nur die Fassaden und Skulpturen. Das Gesamtsanierungskonzept umfasst auch Maßnahmen wie die Reinigung und Instandsetzung der Natursteinteile, auch Säulen, in den Durch- und Einfahrtsbereichen, die Instandsetzung der im Zuge der Steinfassadeninstandsetzung betroffenen Türen, Tore, Fenstergitter, Bleiverglasungen sowie den Umbau der Beleuchtungseinrichtungen auf moderne und energieeffiziente Leuchten. Ein von der MA 34 - Bau- und Gebäudemanagement, die für die Sanierung der Rathausfassaden verantwortlich zeichnet, gemeinsam mit der MA 3 - Bedienstetenschutz und berufliche Gesundheitsförderung - erarbeitetes Maßnahmenpaket sorgt für einen möglichst unbeeinträchtigten Betrieb während der Sanierungsarbeiten.

Die Sanierungsabschnitte

Bauabschnitte 1 (4.010 m2) und 2 (5.120 m2): Teilbereich Westfassade Friedrich-Schmidt-Platz, Teilbereich Südfassade Lichtenfelsgasse Bauabschnitte 3 (4.500 m2) und 4 (4.200 m2): Fassaden Arkadenhof, Teilbereich Nordfassade Felderstraße
Bauabschnitte 5 (4.850 m2) und 6 (4.100 m2): Teilbereich Nordfassade Felderstraße, Teilbereich Südfassade Lichtenfelsgasse, Hauptturm Bauabschnitte 7 (700 m2) und 8 (700 m2): Nebentürme
Bauabschnitte 9 (3.450 m2) und 10 (3.450 m2): Fassaden Rathausplatz Bauabschnitt 11 (1.400 m2) : Freitreppe am Rathausplatz

Daten & Fakten über das Wiener Rathaus

In seiner neugotischen Form (Architekt: Friedrich Schmidt) umfasst stellt das Wiener Rathaus (erbaut 1872 - 1883) ein Hauptwerk der Spätphase des strengen Historismus dar. Bei keinem anderen der großen Ringstraßenbauten wurde so viel Naturstein - weit mehr als 40.000 m3 Bruch und Quadersteine - verwendet.

Grundstückfläche: 19.592 m2
Verbaute Fläche: 14.067 m2
Gesamte Innenhoffläche: 5.525 m2
Arkadenhoffläche: 2.806 m2
Höhe des Hauptturmes: 98 m (mit Rathausmann: 103,3 m)
Höhe der vier Seitentürme: 65 m
Höhe der Eckturmdächer: 44 m
Höhe der Turmdächer über der Einfahrt: 53 m (Schluss) da

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Christiane Daxböck
Mediensprecher Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig
Tel.: 01 4000-81869
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