ORF veröffentlicht Vorschlag für inhaltl. und techn. Erweiterungen sowie kommerzielle Kommunikation auf der ORF-Videoplattform TVthek

Wien (OTS) - Der ORF hat heute Dienstag, 25. September 2012, der Kommunikationsbehörde Austria (KommAustria) einen "Vorschlag für Änderungen des Angebotskonzepts von TVthek.ORF.at übermittelt und unter http://zukunft.ORF.at veröffentlicht, mit dem nach Ablauf der sechswöchigen Stellungnahmefrist bei der KommAustria die Genehmigung des inhaltlichen und technischen Ausbaus der ORF-Videoplattform TVthek im Rahmen einer sogenannten Auftragsvorprüfung beantragt werden soll. Vorgeschlagen werden Erweiterungen des Sendungsangebots mit qualitativ hochwertigen Kaufproduktionen aus dem Dokumentar- und Kultur-Bereich und der kultur- und zeitgeschichtlichen Archive sowie technische Maßnahmen, die eine noch bessere und übersichtlichere Auffindbarkeit der Sendungen gewährleisten sollen. Weiters ist die Bereitstellung kommerzieller Kommunikation geplant, die die finanziellen Rahmenbedingungen für die Stärkung des Public Value im Abrufdienst gewährleisten kann.

Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: "Mit dem geplanten Ausbau der ORF-TVthek, die sich zu einem unverzichtbaren ergänzenden ORF-Serviceangebot zum klassischen TV entwickelt hat, soll der öffentlich-rechtliche Mehrwehrt der ORF-Videoplattform, gerade durch das zusätzliche Angebot hochqualitativer Dokumentations- und Kulturprogramme, weiter gestärkt werden. Die vorgesehenen Erweiterungen des Sendungsspektrums und die steigende Nutzung erfordern jedoch einen enormen finanziellen Aufwand, der in Zeiten rigider Sparprogramme nur durch zusätzliche Einnahmen aus Online-Werbung finanzierbar ist."

Mag. Richard Grasl, Kaufmännischer Direktor des ORF: "Die zunehmende Verlagerung von TV-Angeboten in nonlineare Systeme macht es für den ORF unbedingt notwendig, Werbemöglichkeiten in der TVthek zu nutzen -außerdem steigt die Nachfrage der Werbewirtschaft danach stark an!"

ORF-Onlinechef Thomas Prantner: "Unter dem Motto 'Fernsehen, wann und wo Sie wollen' ist die ORF-TVthek für Tausende Österreicher/innen ein ganz wichtiger Teil des täglichen Medienkonsums geworden. Mit der Integration neuer Sendungen und Sendereihen aus den Bereichen Dokumentation, Reportage, Film und Kultur wollen wir die inhaltliche Qualität der TVthek weiter heben. Speziell das Projekt 'ORF-TVthek goes school' kann ein Meilenstein bei der Nutzung moderner Medien zur Vermittlung von zeitgeschichtlichen Zusammenhängen und Bildungsinhalten werden. Voraussetzung dafür ist, dass die vorgeschlagenen Änderungen von der KommAustria genehmigt werden und die finanziellen Mittel zur Umsetzung unserer Vorhaben zur Verfügung stehen."

Die ORF-TVthek ist seit 16. November 2009 online und gehört mit monatlich rund 12 Millionen Videoabrufen und 690.000 Usern (ÖWA Plus 2. Quartal 2012) zu den erfolgreichsten Videoplattformen Österreichs. Derzeit werden rund 130 TV-Sendungen und Sendereihen sieben Tage lang on demand zum Abruf bereitgestellt. Dieses Angebot deckt zwar in hohem Maße den Bereich der Eigen-, Ko- und Auftragsproduktionen aus den ORF-TV-Programmen ab, erfasst jedoch keine einzige fremdproduzierte Sendung, selbst wenn sie für den ORF identitätsstiftend ist. Für das Publikum stellt sich daher das ORF-TVthek-Angebot - wie Umfragen belegen - teilweise als lückenhaft dar, was bei wertvollen, hochqualitativen Inhalten im Kernbereich des öffentlich-rechtlichen Auftrags nicht erklär- oder vermittelbar ist.

Geplant ist daher eine Erweiterung des Sendungsangebots um hochwertige Kaufproduktionen, vor allem aus dem Dokumentations- und Reportagebereich wie "Universum", "Weltjournal", "kreuz und quer", "dok.film" oder "Menschen & Mächte" sowie Theater-, Opern- oder Konzertaufführungen, die in den TV-Programmen ausgestrahlt werden. Darüber hinaus plant der ORF den Ausbau eines umfassenden zeit- und kulturgeschichtlichen ORF-TVthek-Archivs, in dem herausragende Produktionen aus den Bereichen Zeitgeschichte und Politik online ohne zeitliche Befristung abrufbar gemacht werden sollen. Dies könnte speziell als multimediales Bildungsangebot für den Geschichtsunterricht für alle Schulen von großem Interesse und von höchster gesellschafts- und bildungspolitischer Bedeutung sein, um Bildungsinhalte auf dem Weg der modernen Kommunikationsmedien näherzubringen ("ORF-TVthek goes school"). Themenbeispiele sind große Republiksjubiläen, zeitgeschichtliche Ereignisse (wie 20 Jahre Fall Eiserner Vorhang), Schwerpunkte zu Bundespräsidenten- und Nationalratswahlen oder historische Länderporträts von Hugo Portisch. Weiters soll das "Medienarchiv Judentum", das derzeit auf religion.ORF.at angeboten wird, in die ORF-TVthek integriert werden, weitere Religionsarchive sollen folgen.

Im Zuge der Erweiterung des Sendungsangebots wird es auch notwendig sein, zahlreiche technische Verbesserungen für die Abrufbarkeit, für die Auffindbarkeit von Sendungen sowie für den Ausbau der Barrierefreiheit vorzunehmen.

Um all diese inhaltlichen und technischen Erweiterungen der TVthek und den erhöhten Aufwand aufgrund der steigenden Nutzung zumindest teilweise finanzieren zu können, wird der ORF die Zulassung kommerzieller Kommunikation auf der TVthek beantragen. Obwohl es seit dem Start der ORF-TVthek eine starke Nachfrage der werbetreibenden Wirtschaft nach Online-Werbeschaltungen auf der TVthek gibt, wird der ORF die Vermarktung in den Bereichen Video-Advertising und Display-Werbung mit starken Selbstbeschränkungen beantragen. So ist geplant, dass nur ein kleiner Teil des vermarktbaren Inventars kommerziell verwertet wird und manche Angebote überhaupt werbefrei bleiben (Kindersendungen, "ORF-TVthek-Archiv goes school"). Aufgrund dieser Selbstbeschränkung ist auch das zu erzielende Umsatzpotenzial vergleichsweise gering (ca. 800.000 Euro pro Jahr, was lediglich ca. 0,4 Prozent der Gesamt-Werbeeinahmen des ORF und ebenfalls ca. 0,4 Prozent des gesamten Online-Werbemarkts in Österreich entspricht).

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