RfW-BO Amann: "Express-Lehre" wäre ein "Bärendienst" an der guten dualen Ausbildung und würde das Image der Lehre entwerten!

Bildungspflicht statt der "Chimäre" Ausbildungsgarantie, echte betriebliche Lehrausbildung statt "Scheinwelt" ÜLA, eine Image- kampagne für das "hohe Gut" Lehre: Das sei der richtige Weg.

Wien (OTS) - "Allein die Idee einer "Express-Lehre" ist ein "Bärendienst" an der guten dualen Ausbildung in Österreich, damit entwertet man das Image der Lehre noch zusätzlich!", kritisiert heute RfW-Bundesobmann Fritz Amann die diesbezüglichen Vorschläge von WK-Präsident Christoph Leitl. Die Wirtschaftskammer sei nicht dazu da, das Versagen der Regierung zu kompensieren. Schon gar nicht sei es Aufgabe der Kammer, die verfehlte Lehrlings- und Bildungspolitik der Regierung zu unterstützen, indem sie sich an der (Image-)Demontage der Lehre auch noch beteilige. Amann: "Ich erwarte ich mir eine klare, konsequente Positionierung von Wirtschaftsbund und SWV für die betriebliche Lehrausbildung, auch in finanzieller Hinsicht und auch gegenüber den eigenen Parteifreunden in der Regierung", so Amann. Gegenüber der SPÖVP-Regierung müsse endlich auch seitens der Wirtschaftskammer und der Mehrheitsfraktion Wirtschaftsbund der vielzitierte "Klartext" gesprochen werden.

Denn während die "Wartesäle zur Joblosigkeit" - vulgo ÜLAs - die Steuerzahler pro Jahr rund 220 Millionen Euro kosten dürften, habe man bei Wirtschaftsbund und SWV hingenommen, dass die Lehre finanziell schrittweise ausgehungert worden sei. Damit müsse Schluss sein. Die Regierung müsse die Lehrausbildung, die die Betriebe leisten, wieder als volkswirtschaftlich unverzichtbare Leistung anerkennen und diese entsprechend fördern, etwa durch die "Reaktivierung" des Erfolgsmodells "Blum Bonus". Mittel, die derzeit in die überbetrieblichen Lehrausbildungsstätten (ÜLA) fließen würden, sollten zu den Betrieben umgeschichtet werden. "In den ÜLAs wird den Jugendlichen suggeriert, sie würden eine wirtschaftsnahe Ausbildung erhalten, die sie fit macht für den Arbeitsmarkt. Dann finden sie erst recht keinen Job. Die einzige Lehre, die sie daraus ziehen:
Bildung bringt nichts - ein völlig falsches Signal", so Amann.

"Bildungspflicht statt der "Chimäre" Ausbildungsgarantie, echte betriebliche Lehrlingsausbildung statt der "Scheinwelt" ÜLA und eine Imagekampagne für das "hohe Gut" Lehrausbildung: Das ist die Rezeptur für die Bekämpfung des Fachkräftemangels", so Amann. Die Regierung müsse mit Ländern und Sozialpartnern eine Strategie zur besseren Ausbildungsfähigkeit der Pflichtschulabgänger erarbeiten. Es bedarf einer der Realität entsprechenden und in der Wirtschaft erforderlichen Grundausbildung. ""Husch-Pfusch-Aktionen" wie die Pauschalforderung nach einer einjährigen Lehre für Maturanten sind kontraproduktiv und würden der Regierung einen Freibrief aussstellen, so weiter zumachen wie bisher", so Amann.

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