FCG-Schnedl: Aktuelle Pensionsdebatte ist kontraproduktiv

Manche Vertreter aus Industrie und Wirtschaft treiben ein doppelbödiges Spiel

Wien (OTS/FCG) - "Das Umlagesystem darf nicht in Frage gestellt werden. Es ist ein solidarisches System, wobei ursprünglich eine Drittelfinanzierung - Bund, Arbeitnehmer/innen, Arbeitgeber/innen -ins Auge gefasst wurde. Jetzt einen Totalumbau auf reine Beitragsorientierung zu fordern, ist ein Zeugnis von mangelndem Verständnis. Die damit verbundene dauernde Verunsicherung vor allem der Jungen ist unverantwortlich. Das österreichische Pensionssystem wurde mehrfach reformiert und ist auch langfristig finanzierbar", stellt der Bundesvorsitzende der FCG, ÖGB-Vizepräsident Norbert Schnedl, gegenüber diesen sogenannten Experten - vielleicht sind sie doch nur Interessenvertreter - fest.

"Mit der schrittweisen Einführung des Allgemeinen Pensionsgesetzes, das im Endausbau eine lebenslange Durchrechnung beinhaltet und eine klare Nachvollziehbarkeit für die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler bringt, ist eine langfristige Perspektive geschaffen worden. Diese aus Unkenntnis dauernd in Frage zu stellen, ist nicht zielführend. Auch die OECD bezieht sich in ihren Aussagen auf die aktuellen Daten und berücksichtigt nicht die zukünftige Perspektive", so Schnedl weiter.

"Von manchen Vertretern der Wirtschaft und Industrie wird auch immer wieder eine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters gefordert. Aber solange das faktische und das gesetzliche Pensionsantrittsalter so weit auseinander liegen, ist eine Debatte über die Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters unsinnig. Die von den Sozialpartnern gemeinsam erarbeiteten Maßnahmen zur Anhebung des faktischen Antrittsalters sind der richtige Weg, um das Pensionssystem ohne Panikmache weiterzuentwickeln", fordert Schnedl ein Ende der Verunsicherungspolitik.

"Was wir brauchen sind altersgerechte Arbeitsplätze und Unternehmen, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zur Pensionierung im Betrieb behalten. Das doppelbödige Spiel von manchen Wirtschafts- und Industrievertretern zeugt nicht wirklich von Solidarität, denn auf der einen Seite will niemand ältere Beschäftigte einstellen, aber auf der anderen Seite soll das Pensionsantrittsalter steigen. Das kann nicht funktionieren. Hier muss gemeinsam gehandelt werden, denn nur so kann das faktische Pensionsantrittsalter auch an das gesetzliche herangeführt werden", fordert Schnedl mehr Solidarität und Verantwortungsbewusstsein von der Arbeitgeberseite ein.

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