Rotes Kreuz: Fehlende Förderung von Mehrsprachigkeit "verrückt"

Wien (OTS/Rotes Kreuz) - "Es ist doch grotesk, dass wir Sprachkenntnisse in der Schule brachliegen lassen. Aber am Arbeitsmarkt müssen sie nachgewiesen werden!" Mit diesen Worten reagierte der Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK), Fredy Mayer, auf die heute von der Arbeiterkammer präsentierte Studie "Sprachschatz heben - Kompetenzen von MigrantInnen nützen". "Beim Sport und in den Naturwissenschaften werden Begabungen gefördert. Bei Sprachen nicht", drückt Mayer sein Unverständnis aus. Dabei hatten im vergangenen Schuljahr über 210.000 Schülerinnen und Schüler eine andere Erstsprache als Deutsch. Mehrsprachigkeit wäre auch nirgends einfacher zu fördern als in der Schule. Später müssten "Millionen in Kurse gebuttert" werden, um Sprachkompetenzen zu erweitern.

"Da kommt ein Kind mit bengalischer Erstsprache in die Volksschule, lernt blitzschnell Deutsch und kann mit neun Jahren außerdem Arabisch lesen - es ist doch verrückt, so ein Talent nicht zu fördern!" Für den ÖRK-Präsidenten ist die Förderung von Mehrsprachigkeit "erstens eine Frage der Wertschätzung". Zudem gehe es volkswirtschaftlich darum, wie Österreich zu kompetenten und produktiven Erwerbstätigen komme. "Mit der Sprache lernen Kinder ganz beiläufig auch die jeweilige Kultur mit und erhöhen so ihre soziale und interkulturelle Handlungsfähigkeit", erklärt Fredy Mayer. "Das gilt nicht nur für Englisch oder Französisch. Sondern genauso für Sprachen wie Türkisch oder Bosnisch-Kroatisch-Serbisch (BKS), die leider weniger Sozialprestige genießen." Das müsse sich ändern, so der Rotkreuz-Präsident.

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