Polnische Wirtschaftskammer "schult": Billigste polnische Arbeiter rekrutieren!

Gewerkschaft Bau-Holz schlägt Alarm! Polnische Wirtschaftskammer veranstaltet Seminare über die Rekrutierung billigster polnischer Arbeiter nach Österreich

Schladming (OTS/ÖGB) - Kaum zu glauben, aber wahr! Die polnische Wirtschaftskammer (Izba Pracodawców Polskich) lädt deutschsprachige Firmen zu Seminaren zur Rekrutierung billigster polnischer Arbeitskräfte ein. Seminarort ist ein Hotel in Krakau. Tipps für die Anreise per Bahn oder Flug sind zusätzlich Inhalt der Seminar-Einladung.++++

Unter dem Motto: "Liebe deutschsprachige Arbeitgeber! Wir zeigen Ihnen, wie Sie zu noch günstigeren Aufträgen durch den Einsatz billigster polnischer Arbeiter kommen!", steht dieses Tagesseminar. Es wird klar vermittelt, worauf man bei Überlassungen von polnischen Arbeitnehmern bei deutschen und österreichischen Kunden Acht geben muss. Ziel ist es, günstig zu Aufträgen zu kommen und dadurch Gewinne zu steigern. Neue alternative Entsendemodelle werden präsentiert und über Mindestlöhne sowie Minijobs referiert. Schwerpunkt sind die Pflege-, Metall-, Gebäudereiniger-, Zeitarbeits- bis zur Baubranche. Höhepunkt dabei ist sicherlich das Angebot an deutschsprachige Firmen, sich im Anschluss an das Seminar mit polnischen Unternehmen zu treffen, um an einer gemeinsamen Unternehmensbörse teilzunehmen.

Aufgedeckt wurden diese "noch stillen" Seminarangebote durch den Landesvorsitzenden der Salzburger Baugewerkschaft Othmar Danninger:
"Nicht nur den heimischen Arbeitnehmern sind diese Praktiken zu viel, auch Klein- und Mittelbetriebe sehen sich mittel- und langfristig in Ihrer Existenz bedroht! Billigste Arbeitskräfte aus Polen bei österreichischen Firmen bis hin zu Subvergaben an polnische Unternehmen sind die Folgen. Die Arbeitslosigkeit in Österreich wird steigen und unsere inländische Wertschöpfung dadurch ins Ausland transferiert. Das kann so nicht hingenommen werden!"

Diese praktischen Beispiele von legalem Lohn- und Sozialdumping werden in Österreich verstärkt zum Problem. Gewerkschaft Bau-Holz Chef Josef Muchitsch warnt bereits seit Monaten vor solchen Praktiken: "Durch die Arbeitsmarktöffnung 2011 war uns durchaus bewusst, dass es zu einem verstärkten Arbeitnehmer- und Arbeitgeberaustausch am heimischen Markt kommen wird. Die Politik hat Instrumente für regionale Vergaben an heimische "saubere" Firmen geschaffen! Nun liegt es an den Auftraggebern in Österreich - egal ob privat oder öffentlich - wer bei uns Aufträge bekommt. Wie geht das? Bei den Ausschreibungsrichtlinien sind ausschließlich Firmen zur Angebotslegung einzuladen, welche eine Unbedenklichkeitsbescheinigung der Gebietskrankenkasse vorlegen. Subvergaben sind auszuschließen bzw. sind vom Auftraggeber ebenfalls nur Firmen zuzulassen, welche in den letzten drei Jahren ordnungsgemäß ihre Abgaben geleistet haben und bei denen kein Vergehen bzw. Verdacht auf Lohn- und Sozialdumping vorliegt. Dazu gibt es bei den Gebietskrankenkassen eine Liste von rund 17.000 haftungsbefreiten und somit sauberen Firmen in Österreich."

Die GBH fordert: Gemeinden, Länder, Bund bis hin zu den Wohnbauträgern müssen endlich ihre Ausschreibungen so gestalten, dass Lohn- und Sozialdumping in Österreich keine Chance hat! "Wenn das nicht Praxis wird, sind wir als Gewerkschaften aufgerufen, erneut die Generalunternehmerhaftung einzufordern. Sozialbetrug mit unseren Steuergeldern darf es nicht geben", so die beiden Bau-Holz-Spitzenfunktionäre abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Gewerkschaft Bau-Holz
GBH-Bundesvorsitzender Josef Muchitsch | 0664/614 55 42, bessere.zukunft@josef-muchitsch.at
GBH-Presse, Thomas TRABI, MA | 0664/614 55 17, presse@gbh.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001