Gewürzindustrie - Rohstoffmärkte verschärfen sich weiter!

Angespanntes und schwieriges Wirtschaftsjahr für die österreichischen Gewürzverarbeiter

Wien (OTS/PWK647) - Die für 2012 erhoffte Entspannung auf den Rohstoffmärkten der Gewürzverarbeiter bleibt leider aus. Ungünstige Witterungsbedingungen haben in wichtigen Anbauländern zu schlechten Ernten geführt. Schwacher Monsun in Indien, zu hohe Feuchtigkeit in Indonesien sowie Dürren in anderen wichtigen Anbaugebieten treiben seit Monaten die Preise bei vielen Gewürzen deutlich in die Höhe. Die Beurteilung durch den österreichischen Gewürzverband deckt sich mit jener, mit der die Branchenkollegen in Deutschland kürzlich aufhorchen ließen.

Steigender Inlandskonsum und damit ein höherer Verbrauch von Gewürzen, Gewürzmischungen und Würzzubereitungen in vielen Ländern der Welt, generell steigende Energie- und Transportkosten (die Frachtkosten für Seefrachtcontainer aus China haben sich z.B. verdreifacht) sowie anhaltende Spekulationen auf Naturrohstoffe sorgen für zusätzliche Anspannung auf diesen Rohstoffmärkten.

Der verstärkte Anbau von Pflanzen zur Energiegewinnung sorgt vor allem in Ländern mit Gewürzanbau für zusätzliche Flächenkonkurrenz, die zu keiner Entspannung der Preissituation führt. Eine Konsequenz dieser Verknappung ist ein verschärfter Druck auf den Rohstoffmärkten.

Einige Entwicklungen im Detail:

- Pfeffer: Das Preisniveau des Hauptgewürzes der Österreicher wird von der Monopolsituation des bisher weltweit größten Pfefferanbaulandes Vietnam beeinflusst. Ein Ausgleich durch andere Pfefferlieferanten wie Brasilien und Indonesien ist nicht möglich. Laut Statistik Austria haben sich die Importpreise für Pfeffer im ersten Halbjahr 2012 um 46,7 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum verteuert.

- Muskatnuss, Macis, Paprika, Nelken und Piment: Eine Entspannung beim sehr hohen Weltmarktpreisniveau ist nicht zu erwarten.

- Die Ernten bei Gemüsepaprika aus China fielen aufgrund der ungünstigen Wettereinflüsse (im Frühjahr wenig Niederschlag, dagegen im Sommer Überflutungen) deutlich niedriger aus. In China wurde um 1/4 weniger Knoblauch angebaut, zudem haben Spekulanten die Frischknoblauchpreise um fast 100 % in die Höhe getrieben. Zusätzlich wurde die 15 % ige Exportvergütung für chinesische Exporteure gestrichen.

- Oregano und Kreuzkümmel: 40 % der Anbauflächen sind dem sehr strengen Winter in den türkischen Bergen zum Opfer gefallen.

- Basilikum und Majoran: In Ägypten wird vor allem mehr Weizen angebaut, der auf gleicher Fläche höhere Erträge einbringt. Die Folge ist ein Rückgang der Gewürzflächen mit einem Anstieg der Preise.

- Cumin: Syrien ist aufgrund der politischen Lage und Indien wegen der für den europäischen Markt zu hohen Pflanzenschutzmittelrückstände als Hauptlieferant von Cumin bisher ausgeblieben.

Reaktionen der österreichischen Hersteller von Gewürzen, Gewürzmischungen und Würzzubereitungen werden als Folge dieser international problematischen Marktentwicklungen unvermeidbar sein. Die Möglichkeiten, diese Zusatzkosten durch Effizienzsteigerungen in den betroffenen Unternehmen zu kompensieren, sind längst ausgeschöpft. Zeitpunkt und Ausmaß allfälliger Anpassungen ihrer Kalkulationen werden die einzelnen Betriebe der Gewürzindustrie in nächster Zeit je nach Gewürzsorte und Gewürzeinsatz individuell beurteilen und mit ihren Kunden verhandeln müssen. "Alles in allem ein sehr angespanntes und schwieriges Wirtschaftsjahr für die österreichischen Gewürzverarbeiter", heißt es im Verband. (us)

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Marcus Winkler
Obmann des Verbandes der Gewürzindustrie
T: 0662/63 82 151

Dr. Michael Blass
Geschäftsführer im Fachverband der Lebensmittelindustrie
Tel.: 01/712 21 21 - 33

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