Kärntner Tageszeitung - "Schleichende Privatisierung" (von Michaela Geisler-Quendler)

Ausgabe, 25. September 2012

Klagenfurt (OTS) - Es steht außer Streit, dass das Pensionssystem angesichts der demografischen Entwicklung immer schwieriger zu finanzieren ist. Insofern haben es jene leicht, die Veränderungen fordern. Letztlich wird aber hinter der scheinbar pausiblen Darstellung mancher Experten, wohin die Reise sozial gehen soll, nur ein Konzept sichtbar: Der Staat soll sich von seinen Aufgaben verabschieden. Nichts anderes bedeutet es, wenn jeder mit seinem "Pensions-Sparbuch", wie es Ulrich Schuh nennt, allein gelassen wird. Das konterkariert das solidarische Prinzip, das unser Gesellschaftsgefüge zusammenhält. Pensionen und Gesundheit gehören in die Kernverantwortung eines Staates, der sich als Sozialstaat versteht, und nirgendwohin sonst. Zieht sich dieser zurück, trifft das sozial Schwächere, die sich die dann boomenden Privatvorsorgen nicht leisten können. Und was mit solchen "Reserven" in der Finanzkrise passieren kann, hat man ja gesehen.

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