"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Die Politiker versagen - wir brauchen Experten"

Wir dürfen die Reform der Bildungspolitik nicht länger den Parteien überlassen.

Wien (OTS) - Europas Hightech-Industrie wird irrelevant, erfuhren wir gestern vom Beratungsunternehmen A.T. Kearney. Weniger als zehn Prozent der Umsätze im Bereich IT werden von europäischen Unternehmen gemacht. Dann lesen wir, dass in Österreich fast ein Viertel der 15-Jährigen nicht Sinn erfassend lesen kann - und dann freuen wir uns darauf, dass unsere Pensionen ohnehin gesichert sind.
Zynismus passt aber nicht hierher. Wir sind ja keine Politiker, sondern wir wollen gemeinsam mit unseren Leserinnen und Lesern "Österreich verbessern." Da sind gerade im Bereich Bildung sehr konstruktive Vorschläge eingelangt, die wir auch publizieren und der Regierung vorlegen werden.
Und im KURIER am Sonntag hat der Genetiker der MedUni Wien, Markus Hengstschläger, nachgelegt. Er hat ja mit anderen Experten im Detail aufgeschrieben, was getan werden müsste: Von der mittleren Reife über die Ganztagsschule bis zum "Eltern-Kind-Pass", der Eltern belohnen würde, liegen viele Ideen vor. Für Österreich ungewöhnlich:
Diese Vorschläge laufen nicht gemäß den parteipolitischen Grenzen. Keiner kann sie einfach schlechtmachen, weil sie nicht seinem Parteiprogramm entsprechen.
Und was macht die zuständige Unterrichtsministerin? Sie nützt Interviews dafür, um uns zu erklären, dass sich das neue Lehrerdienstrecht in dieser Legislaturperiode nicht ausgehen wird. Wenn die Unternehmen mit ihrer Zukunft so umgingen wie die Regierung mit unserer, hätte unser Land noch mehr Schulden. Italien macht gerade gute Erfahrungen mit echten Fachleuten als Minister. Wir brauchen wohl auch eine Expertenregierung.

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