Austropapier legt erste Eckpunkte zur Umsetzung der 2050 Roadmap vor

Technologiesprünge und Innovationen für umfassende CO2-Reduktion erforderlich - Zukunftsschwerpunkt Bio-Ökonomie soll politische Kompetenzen bündeln

Wien (OTS/PWK645) - Austropapier-Geschäftsführer Oliver Dworak legte heute erste Eckpunkte aus Sicht der Zellstoff- und Papierindustrie zur Umsetzung der EU Roadmap 2050, also des Fahrplans der Europäischen Kommission zur Schaffung eines wettbewerbsfähigen und CO2-armen Europas, vor. Die Roadmap 2050 beschreibt den aus Sicht der europäischen Kommission kostengünstigsten Weg zur Verwirklichung des EU-Ziels, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 bis 95% zu reduzieren, und lädt Wirtschaftssektoren ein, eigene Roadmap-Dokumente zu erstellen.

Im Rahmen eines vom Lebensministerium veranstalteten Fachdialogs präsentierte Oliver Dworak die seitens der europäischen Papierindustrie ausgearbeitete 2050 Roadmap, die klare Antworten auf die Pläne der EU-Kommission gibt. "Die Zellstoff- und Papierindustrie liegt im Brennpunkt von Klimaschutz, Energie- und Rohstoffpolitik. Mit den Technologien und dem Know-How der Unternehmen wird unsere Wertschöpfungskette zur Rohstoff- und Recyclingdrehscheibe und zum Herzstück einer nachhaltigen und bio-basierten Industrie, die Produkte auf Basis nachwachsender faseriger Rohstoffe in großem Maßstab herstellt", so der Austropapier-Vertreter. Ergänzend zu bewährten Technologien sollen vor allem heute noch nicht verfügbare Innovationen in den kommenden Jahrzehnten zur umfassenden Reduktion und Speicherung von CO2 beitragen. "Nur vorhandene Technologien weiterzuentwickeln, wie die EU-Kommission meint, wird nicht ausreichen - wir benötigen echte Technologiesprünge. Voraussetzung dafür sind die globale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen, die nachhaltige Versorgung mit erneuerbaren Rohstoffen wie Holz und Altpapier, sowie berechenbare industriepolitische Rahmenbedingungen, die Investitionssicherheit gewährleisten und neue Belastungen vermeiden", unterstrich Dworak. "Nach dem Vorbild von Deutschland, den Niederlanden und skandinavischer Länder benötigt Österreich einen Zukunftsschwerpunkt Bio-Ökonomie, um die Potenziale der bio-basierten Industrie auszuschöpfen. Wenn es gelingt, zersplitterte politische Kompetenzen zu bündeln, wäre das nicht nur ein starker standortpolitischer Impuls, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und zur Schaffung von Green Jobs".

Als größte Herausforderungen für die Zellstoff- und Papierindustrie bei der Umsetzung der ambitionierten politischen Zielsetzungen nannte Dworak eine dauerhafte und zuverlässige Rohstoffversorgung zu wettbewerbskonformen Kosten, die Verankerung des Prinzips der höchsten Wertschöpfung und kaskadischen
Nutzung von Biomasse, einen funktionierenden Wettbewerb am europäischen Energiemarkt, sowie die Verfügbarkeit innovativer energie- und emissionsarmer Technologien. "Die Innovationskraft und die sektorspezifischen Rahmenbedingungen sind von zentraler Bedeutung, wenn die Unternehmen ihre Strategien und Standortentscheidungen neu ausrichten. 2050 ist zwar vier Jahrzehnte entfernt - das sind aber nur zwei Investitionszyklen, die optimal genutzt werden müssen", so der Austropapier-Vertreter abschließend. (us)

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