Kaske: Krankmacher in der Arbeitswelt reduzieren statt Pensionssystem krankreden

Mehr als Hälfte der Pensionen liegen unter 1.000 Euro - Absage an "Horrorszenarien"

Wien (OTS/ÖGB) - "Statt unser Pensionssystem krankzureden, sollten alle Verantwortlichen ihre Energie darauf konzentrieren, die Krankmacher in der Arbeitswelt zu reduzieren. Zusätzlich geht es darum, die Arbeitswelt an die Alterung der Bevölkerung anzupassen", sagt vida-Vorsitzender und ÖGB-Arbeitsmarktsprecher Rudolf Kaske. Ziel dieser Anstrengungen müsste es sein, das faktische Pensionsantrittsalter zu erhöhen. Eine Absage erteilt der Gewerkschafter Forderungen nach einer Erhöhung des gesetzlichen Pensionsalters oder Kürzungen der Pensionen.++++

Mehr als die Hälfte der Pensionen, insgesamt 1,2 Millionen von 2,2 Millionen Pensionen, liegen unter 1.000 Euro. "Wir brauchen keine Horrorszenarien durch den Horror so genannter wissenschaftlicher Expertise. Die hochbezahlten Professoren sollten, so wie auch Politik und Wirtschaft, ihr Augenmerk darauf richten, was zu tun ist, damit die Menschen im Arbeitsleben gesund bleiben, anstatt die Unfinanzierbarkeit unserer Pensionen zu behaupten", sagt Kaske.

Ein Drittel der ÖsterreicherInnen leidet unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen am Arbeitsplatz. "Hier sind die Arbeitgeber gefordert. Betriebliche Gesundheitsförderung und ein Zurückschrauben des Leistungsdrucks und der Überstunden sind konkrete Maßnahmen, die dazu beitragen, dass die Beschäftigten arbeitsfähig bleiben. Notfalls ist dazu auch die Verteuerung der Überstunden für die Arbeitgeber denkbar", so der Gewerkschafter. Ein weiterer Forderungspunkt:
"Anstatt Arbeitsplätze in Arbeitsplätzchen zu zerteilen und den Jungen nur Werkverträge und prekäre Jobs anzubieten, muss die Wirtschaft den Menschen Existenz sichernde Arbeit ermöglichen. Auch das trägt zur Sicherung der Pensionen bei."

Zusätzlich fordert Kaske Anreize und Sanktionen, um die Arbeitgeber zu einer alternsgerechten Gestaltung der Arbeitsplätze zu bewegen. "Wir fordern die rasche Umsetzung eines Bonus-Malus-Systems." Unternehmen, die keine oder zu wenig ältere ArbeitnehmerInnen beschäftigen, sollen einen Malus zahlen; Firmen, die überdurchschnittlich viele ältere Mitarbeiter haben und sich um eine alternsgerechte Gestaltung der Arbeitsplätze kümmern, mit einem Bonus belohnt werden.

"Unser umlagefinanziertes Pensionssystem ist das mit Abstand beste System. Es geht darum, möglichst vielen Menschen im Erwerbsalter eine Beschäftigung zu ermöglichen anstatt Einschnitte im Sozialsystem zu propagieren", so Kaske abschließend.

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