Papst fordert ethisches Fundament für Finanzmärkte

Benedikt XVI. sprach bei internationalem Treffen von christdemokratischen Politikern - "Schutz und Förderung der Ehe" wichtig für humanen Fortschritt der Gesellschaft

Vatikanstadt-Castel Gandolfo, 22.09.12 (KAP) Papst Benedikt XVI. hat christlich-demokratische Politiker aufgerufen, ein "solides ethisches Fundament" für das globale Finanzsystem zu schaffen. Die Krise verpflichte dazu, "unseren Weg neu auszurichten, uns neue Regeln zu geben und neue Formen des Engagements zu entwickeln", sagte der Papst am Samstag in Castel Gandolfo vor christlich-demokratischen Politikern aus mehreren Kontinenten. Das Fehlen eines solchen Fundaments habe zur gegenwärtigen Finanzkrise beigetragen.

Die Politik dürfe sich nicht einfach darauf beschränken, der "Logik des Marktes" zu folgen, sondern müsse das Bemühen um das Gemeinwohl in den Mittelpunkt stellen, so Benedikt XVI. Dies erfordere eine vorausschauende Politik. Leider seien die Antworten auf fundamentale Herausforderungen gegenwärtig jedoch oft effektheischend, oberflächlich und von "kurzem Atem".

Der Papst forderte die Politiker zugleich zum Schutz des Lebens und der Ehe auf. Sie müssten gegen Abtreibung, Sterbehilfe und jede Form von Eugenik eintreten. Indirekt wandte er sich auch gegen eine Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Es gelte, die Ehe als unauflösliche Gemeinschaft zwischen Mann und Frau zu verteidigen, so Benedikt XVI. In einer humanen Gesellschaft könne ein "wirklicher Fortschritt" nur durch eine Politik erreicht werden, die sich den "Schutz und die Förderung der Ehe sowie der auf ihr gründenden Gemeinschaft" auf die Fahnen geschrieben habe. Dies gelte nicht nur für einzelne Staaten, sondern auch für die internationale Gemeinschaft. Die "Tendenz zu einer wachsenden Isolierung des Individuums" müsse umgekehrt werden.

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